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Handball in Buxtehude: "Bald dominiert der Süden"

Einen sensationellen Sieg hat das BSV-Damenhandball-Team um Trainer Dirk Leun (re.) und Manager Peter Prior errungen. Für die Zukunft brauchen sie dringend Unterstützung

Dirk Leun und Peter Prior sprechen über den Pokalsiege des BSV und eine sorgenvolle Zukunft

ab. Buxtehude. Ein toller Sieg konnte am vergangenen Wochenende gefeiert werden, als die Handballerinnen des Buxtehuder Sportvereins (BSV) den Deutschen Handball-Pokal beim Final Four in Bietigheim gewannen (das WOCHENBLATT berichtete). Zu einem großen Teil geht der Sieg der Mannschaft aber auch auf die Kappen von Trainer Dirk Leun und Manager Peter Prior. In einem Gespräch mit dem WOCHENBLATT berichten sie über das Finale und wie die Zukunft für den Damenhandball im Norden aussieht.

Dirk Leun und Peter Prior sind sich einig: Ein sehr überraschender Sieg sei das gewesen in Bietigheim, eigentlich eine Sensation. "Wir sind als Außenseiter dort hingereist", erzählt Leun. Mit einem Sieg habe niemand gerechnet.
Was das Team außerdem stolz macht: Dank des SWR3 waren die BSV-Handballdamen das erste Mal seit 25 Jahren live in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zu sehen. Das Spiel wurde komplett übertragen. "Wir repräsentieren Buxtehude gerne nach außen, wünschen uns im Gegenzug aber mehr Unterstützung", sagen Prior und Leun und kommen auf ein Thema zu sprechen, dass ihnen Sorge bereitet: die zunehmende wirtschaftliche Stärke des Damenhandballs im Süden Deutschlands.

Bietigheim werde z.B. von Hemdenhersteller Olymp (Jahresumsatz ca. 300 Mio. Euro) gesponsort, Metzingen von Boss, Neckarsulm von Lidl und Kaufland. "Dadurch können sehr starke Mannschaften noch zusätzliche Top-Spielerinnen einkaufen. Das können wir nicht", gibt Leun zu bedenken.

In den vergangenen Jahren sei der Etat beim BSV stark zurückgegangen. "Wenn es zum Stillstand kommt, ist das wie ein Rückschritt", sagt Leun. Auch dass in der Hansestadt eine angemessene Sporthalle fehle, sei ein großes Manko. "Politik und Wirtschaft müssen sich dringend zusammensetzen, um eine Lösung zu finden", fordert er. "Wir sind gerne ein Aushängeschild der Stadt, aber irgendwann müssen auch unsere Bedingungen mal umgesetzt werden."

Doch zurück zum Finale: Der Sieg war knapp, das Endspiel "absolut auf Augenhöhe". "Wichtig ist, dass die Mannschaft von vornherein an einen Sieg glaubt", fügt Peter Prior hinzu. Weniger Fans als sonst seien nach Bietigheim mitgefahren, weil sie für die Buxtehuderinnen keine Chance gesehen hätten. Kein Wunder, die Gegner schienen unschlagbar: "Wir sind die einzigen, die Bietigheim auf nationaler Ebene in dieser Saison geschlagen haben", freut sich Leun.
Peter Prior: "Diesmal haben wir die süddeutsche Übermacht noch geschlagen, doch ohne Unterstützung wird uns das so bald nicht wieder gelingen."