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Isi genießt ihren neuen Luxus am Atlantik

Die Atlantikküste ist von ihrem Bungalow in einem Vorort von Nantes nur 40 Minuten entfernt: Isabell und Dominik Klein (Foto: privat)
bc. Buxtehude. Bei den Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV war sie eine Institution, eine richtige Identifikationsfigur. Nach neun Jahren begann für Isabell Klein im Sommer ein neuer Lebensabschnitt. Mit ihrer Familie zog sie nach Frankreich. Das WOCHENBLATT wollte wissen, wie es ihr dort geht.

Erstmals in ihrer Handball-Karriere spielt Isi, wie sie überall nur genannt wird, in der gleichen Stadt wie ihr Ehemann Dominik, früher Profi beim THW Kiel und jetzt beim HBC Nantes unter Vertrag.

„Das ist ideal und der absolute Luxus für uns. Außerdem ist Nantes eine tolle Stadt mit vielen Grünanlagen. Und der Atlantik ist nur 40 Minuten entfernt“, erzählt sie dem WOCHENBLATT am Telefon in ihrer typisch fröhlich-
ansteckenden Art.

Isis neuer Verein heißt Nantes Loire Atlantique Handball. Hier hat sie einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr bekommen. Für die 32-Jährige ist es das erste Mal in ihrer Laufbahn, dass sie ausschließlich Handball spielt. Das war in Deutschland anders.

Früher setzte sie sich in Kiel frühmorgens ins Auto, fuhr gute 150 Kilometer nach Buxtehude zum Training, danach zu ihrem Job als Projektmanagerin bei der Medizintechnikfirma „Implantcast“, danach wieder zum Training oder zum Spiel und abends 150 Kilometer zurück nach Kiel. Sieben bis acht Mal pro Woche wurde beim BSV trainiert.

In Frankreich ist der Trainingsumfang der gleiche, aber hier ist Isi Profi: „Ich habe immer gerne gearbeitet, aber das ist jetzt schon optimal. Wir können sogar abends als Familie zusammen Abendbrot essen. Das gab es früher fast nie.“ In Kiel und Buxtehude brauchte die Familie alleine vier Babysitter, um den Alltag zu organisieren.

Morgens ist der dreijährige Sohn Colin nun in der Kita. Wenn Isabell und Dominik nachmittags gleichzeitig Training haben, kümmert sich ein Aupair-Mädchen aus Deutschland um den Kleinen, der schon fast besser französisch spricht als der Papa: „Colin singt bereits Kinderlieder auf Französisch“, sagt Isabell. Sie selbst hat weniger Probleme, sich mit ihren Teamkolleginnen zu unterhalten: „Ich war überrascht, wie viel von meinem Schulfranzösisch hängen geblieben ist.“

Und auch sportlich läuft es für die Linkshänderin. Mit ihrer Mannschaft steht sie punktgleich mit dem Zweiten auf Platz drei der ersten französischen Liga (Division 1). Am Mittwoch erzielte sie beim Auswärtssieg über Toulon drei Tore, der achte Saisonsieg in Folge für Nantes. Isi gehört zur Stammbesetzung. Den Kontakt zu ihren alten Mitspielerinnen aus Buxtehude pflegt sie natürlich trotzdem noch, z.B. zu Randy Bülau oder auch Antje Lenz: „Der BSV spielt eine gute Saison.“

Am Montag kehrt Isi nach Deutschland zurück. Es beginnt die heiße Vorbereitungsphase mit der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Schweden (4.-18. Dezember). Teil der Maßnahme sind u.a. auch zwei Länderspiele gegen Schweden am 26. November (18 Uhr in Hamm) und 27. November (15 Uhr in Trier). Isi gehört zum vorläufigen 21-köpfigen EM-Kader, weiß noch nicht genau, ob es mit einer Nominierung für das 16er-Aufgebot klappt.

Wenn es klappt, dann wird sie sicherlich auf der Durchreise nach Schweden in ihrer alten Heimat vorbeischauen.