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"Isi" verlässt den BSV: Raus aus der Komfortzone

Sie sind wohl das erfolgreichste Handball-Ehepaar Deutschlands: Isabell und Dominik Klein (Foto: jd)
bc. Buxtehude. Viele Fans des Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV können es noch nicht richtig fassen. Ihre Mannschaft muss ab dem Sommer ohne Kapitänin Isabell Klein (31) auskommen. Nach neun Jahren beim BSV zieht die Identifikationsfigur des Vereins mit ihrem Ehemann Dominik Klein und dem gemeinsamen Sohn nach Frankreich. Handball-Profi Dominik wechselt vom Serienmeister THW Kiel zum französischen Erstligisten HBC Nantes. Das WOCHENBLATT sprach mit Isabell Klein über das Abenteuer.

WOCHENBLATT: Wie reiflich überlegt haben Sie sich den Umzug?

Isabell Klein: Nachdem Dominik beim THW nur einen Ein-Jahres-Vertrag bis 2017 angeboten bekommen hat, er aber unbedingt weiter Handball auf hohem Niveau spielen wollte, mussten wir uns entscheiden. Das langfristige Angebot aus Nantes hat Dominik dann begeistert. Der Verein möchte perspektivisch in der Champions League spielen.

WOCHENBLATT: Ist der Wechsel auch eine Entscheidung für die Familie?

Klein: Ja, die tägliche Pendelei zwischen Kiel und Buxtehude zum Training ist schon eine große Belastung. Ich verbringe täglich mindestens vier Stunden auf der Autobahn.

WOCHENBLATT: Nach der Bekanntgabe Ihrer Entscheidung soll es Gerüchte gegeben haben, dass Sie ein zweites Kind erwarten?

Klein (lacht): Ja, aber die habe ich am Wochenende gleich dementiert, indem ich auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein getrunken habe.

WOCHENBLATT: Waren Sie denn schon einmal in Nantes?

Klein: Nein, nur Dominik. Er war begeistert von der Stadt, von dem Verein und dem Umfeld.

WOCHENBLATT: Möchten Sie auch weiter Handball spielen? Es gibt wohl Gespräche mit der Frauenmannschaft von Nantes?

Klein: Ja, auf jeden Fall möchte ich weiterspielen. Es gibt gute Gespräche, aber spruchreif ist noch nichts. Das klärt sich Anfang des Jahres.

WOCHENBLATT: Wie sieht es mit der Sprache aus?

Klein: Die muss ich wieder auffrischen. Ich hatte sieben Jahre Französisch in der Schule.

WOCHENBLATT: Wollen Sie denn in Frankreich neben dem Handball noch arbeiten, so wie sie es in Buxtehude bei der Medizintechnik-Firma "Implantcast" machen?

Klein: Nein, zunächst nicht. Aber es kann gut sein, dass ich irgendwann wieder was tun möchte.

WOCHENBLATT: Neun Jahre Buxtehude, was werden Sie vermissen?

Klein: Natürlich vieles. Buxtehude ist eine schöne Stadt. Aber wir wollten einfach mal unsere Komfortzone verlassen und eine andere Kultur kennenlernen. Das reizt uns sehr.

WOCHENBLATT: Derzeit spielt die Nationalmannschaft bei der WM in Dänemark. Früher waren Sie Kapitänin der Mannschaft. Ist das Thema Nationalmannschaft für Sie abgeschlossen?

Klein: Nein. Aber es muss passen. Ich kann nur auf dem Spielfeld Gas geben und dann werde ich sehen, ob der Trainer mich möchte. Ich mache mir da keinen Stress.

Info


68 Spiele für die Nationalmannschaft

Seit 2007 trägt Isabell "Isi" Klein das Trikot des Handball-Bundesligisten Buxtehuder SV. Damals wechselte die 1,72 Meter große Linkshänderin von der HSG Bensheim/Auerbach an die Este. Mit dem BSV holte sie 2010 den Challenge-Cup und in diesem Jahr den Deutschen Pokal. Für die Nationalmannschaft bestritt sie 68 Länderspiele und warf 89 Tore.