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Mit Klopps Methoden zum Meistertitel?

Gar nicht so einfach: einen Ball auf einem Badmintonschläger balancieren. Mit nur einem Auge
bc. Buxtehude. Zweimal schrammten die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV haarscharf am Meistertitel vorbei. Zeit, etwas Neues auszuprobieren. Seit Sommer geht Trainer Dirk Leun im Training neue Wege. „Life Kinetik“ heißt das Programm, mit dem die BSV-Frauen nicht nur ihren handballerischen Horizont erweitern.

Bei der speziellen Übungsmethode handelt es sich um ein Gehirntraining, das Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozesse beschleunigen und verbessern soll. Dirk Leun ist begeistert. Die ersten Erfolge konnte er schon in der Hinrunde erkennen. Seine Spielerinnen nåehmen das gesamte Spielfeld besser wahr. „Ich habe Pässe auf Außen beobachtet, die ich so nicht erwartet hatte“, sagt Leun.

Einer, der im Profisport schon früh auf „Life Kinetik“ gesetzt hat, ist Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp. In einem Zeitalter, in dem viele Möglichkeiten der Leistungssteigerung im Sport ausgereizt sind, war Klopp auf der Suche nach innovativen Methoden. Der Erfolg spricht für ihn: Zweimal hintereinander wurde der BVB Deutscher Fußball-Meister.

Beim BSV übernehmen zwei „Life Kinetik“-Profis die Übungseinheiten: die Sportwissenschaftler Alexandra Manthey (31) und Sven Völker (40) von den „Balance Medical“-Studios in Jork und Steinkirchen. Sie stehen einmal wöchentlich mit den Handball-Mädels in der Halle Nord. Immer mit dabei: ein Koffer voller bunter Utensilien: Tücher, kleine Bälle, Federballschläger, Augenklappen, etc.. Auf den ersten Blick wirkt das Training wie ein großer Kindergeburtstag. Doch „Life Kinetik“ ist extrem anstrengend.

Zwei Bälle in die Luft zu werfen und mit überkreuzten Armen wieder aufzufangen, ist Hochleistungssport fürs Gehirn. „Bei unseren Übungen werden die Gehirnhälften parallel aktiviert“, erzählt Alexandra Manthey. Vor allem in Stresssituationen soll „Life Kinetik“ dabei helfen, den Überblick zu behalten.

Schnelle Schrittfolgen: vor, zurück, vor, vor, zurück, vor, zurück, vor. Jonglieren oder Völkerballspielen mit Augenklappe. So sieht das Training in der Praxis aus. Visuelle und koordinative Aufgaben stehen im Mittelpunkt. Das Gehirn muss neue Synapsen bilden. Es wird leistungsfähiger. Anders als der klassische Denksport setzt „Life Kinetik“ auf körperliche Aktivität.

Dirk Leun nutzt die Trainingsmethodik auch dafür, Abwechslung zu schaffen. „Wenn Trainer und Spielerinnen über einen längeren Zeitraum zusammenarbeiten, muss ich mal neue Reize setzen.“ „Life Kinetik“ ergänze das Training optimal. Und wenn der BSV genauso erfolgreich wird wie der BVB, umso besser.

• Mehr Informationen unter www.lifekinetik.de