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"Unser Sohn, der Bundesliga-Trainer"

Alexander Nouri gehört zur Werder-Familie (Foto: Werder Bremen)
 
Sind extrem stolz auf ihren Sprössling: die Eltern Regina und Alexander Nouri Senior aus Buxtehude
bc. Buxtehude. Am vergangenen Samstag kickte das Team von Alexander Nouri (37), Werder Bremen II, noch in der 3. Liga vor 434 Zuschauern gegen die Reserve des FSV Mainz 05. Am Mittwoch darauf war der Hype um den gebürtigen Buxtehuder ungleich höher. Bei seiner premiere als Interimstrainer der Erstligamannschaft von Werder Bremen waren zahlreiche Fernsehkameras auf Nouri gerichtet - und der Blick von mehr als 37.000 Fans im Weser-Stadion. Nouris Premiere misslang - kurioserweise gegen die Erste aus Mainz.
Wie hart das Bundesliga-Geschäft sein kann, wird sich am Samstag nach dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (18.30 Uhr) zeigen. Nach zwei Spielen könnte für den Interimstrainer schon wieder Schluss sein. Das WOCHENBLATT hat sich in Buxtehude mit seinem Vater Alexander Nouri Senior getroffen, seinem Förderer und jahrelangen Trainer.
Das Vaterherz quillt förmlich über vor Stolz, wenn er über seinen Sohn redet. Unzählige Ordner mit alten Zeitungsberichten und Fotos türmen sich auf dem Tisch, großformatige Plakate seines prominenten Sprösslings hängen an der Wand. Alexander Nouri Senior ist sichtbar nervös, wenn er daran denkt, was sich da für eine große Chance für den Filius ergeben hat, nachdem Werders Cheftrainer Viktor Skripnik am vergangenen Wochenende freigestellt wurde und er als Trainer von Werder II bei der "Ersten" einspringen durfte. "Alexander war schon immer sehr ehrgeizig. Er hat hart für seinen Traum gearbeitet. Was seitdem auf ihr einprasselt, ist heftig. Neben vielen Einzelgesprächen mit Spielern gibt es auch etliche Interviewanfragen", erzählt der Vater.
Das Kicken hat der Junior nach den Anfängen in Buxtehude-Altkloster beim Buxtehuder SV gelernt. Bis zur C-Jugend sammelte er viele Erfolge mit dem BSV, wechselte danach zu Vorwärts-Wacker Billstedt, um im Anschluss dem Lockruf von Werder-Ikone Thomas Schaaf nach Bremen zu folgen, um dort in der B- und A-Jugend Fußball zu spielen.
Immer an seiner Seite: sein Vater, ein gebürtiger Iraner, der ihn als Trainer bis in die Amateurmannschaft bei Werder begleitete. "Wir sind jeden Tag von Buxtehude nach Bremen gefahren. Das war anstrengend", erinnert er sich.
Einer seiner Mitspieler zu Buxtehuder Zeiten war Niki Nitschke. Er weiß noch ganz genau, dass Alexander schon immer ein ganz besonderer Spieler war. "Man hat einfach gemerkt, dass Vater und Sohn mehr vor hatten, als ewig beim BSV zu bleiben", sagt Niki Nitschke.
Natürlich weilte Vater Alexander auch am Mittwoch auf der Tribüne gemeinsam mit Mutter Regina. Sie fieberten mit ihrem Sohn mit, der an der Seitenlinie seine Elf nach vorne brüllte. Dessen Mannschaft lieferte über weite Strecken eine richtig gute Partie ab, führte bis kurz vor Schluss mit 1:0. Dann aber präsentierte sich der Fußballgott von seiner brutalen Seite. Zuerst gelingt Mainz der Ausgleich, dann in der Nachspielzeit der 2:1-Siegtreffer.
Zu dem Zeitpunkt sitzt Alexander Nouri schon auf der Tribüne, wohin er wegen Meckerns kurz zuvor vom Schiedsrichter verbannt wurde. Doch er steckt nicht auf, will nun all seine Energie in die Begegnung mit Wolfsburg am Samstag legen: "Ich will nicht jammern, es geht immer weiter."
Gelingt ihm am Samstag ein überzeugender Sieg und verlässt Werder den letzten Platz der Bundesliga-Tabelle, geben ihm die Werder-Bosse vielleicht noch Zeit, weitere Erfolge mit dem Traditionsverein von der Weser einzufahren. Nicht nur als Coach der zweiten Mannschaft in der 3. Liga.

Karriere als Profi-Fußballer


Alexander Nouri (37) erhält 1998 einen Profivertrag bei Werder Bremen, wird dann für einige Monate bis Oktober 1999 zu den Seattle Sounders nach USA in der USL A-League ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr spielte er bei der Reservemannschaft von Werder Bremen, bis er 2001 zum KFC Uerdingen 05 in die Regionalliga Nord wechselte. Von 2004 bis 2008 spielte er für den VfL Osnabrück, mit dem er 2007 in die 2. Bundesliga aufstieg. Zur Saison 2008/09 wechselte Nouri zur Regionalligamannschaft von Holstein Kiel, mit der er 2009 in die 3. Liga aufstieg. 2012 beendete er beim VfB Oldenburg seine aktive Fußballkarriere, wo er dann seine Trainerkarriere startete. Seit 2014 ist er zurück bei Werder Bremen, zunächst als Co-Trainer, dann als Cheftrainer der U23-Mannschaft. Im Frühjahr 2016 machte er seinen Fußball-Lehrer. Mit seiner Frau und den zwei Kindern wohnt Alexander Nouri in Stuhr bei Bremen.