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VfL Fredenbeck: Was nützt der Erfolg, wenn das Geld fehlt?

VfL-Geschäftsführer Ulli Koch (Foto: archiv)
(bc/ig). Lange hatte man in der 6.000-Seelen-Gemeinde Fredenbeck keine Ambitionen mehr, in höhere Handball-Sphären vorzudringen. Fast wären die Männer des VfL sogar mal in der Versenkung der Oberliga verschwunden. Jetzt könnte man sportlich wieder angreifen. Der VfL ist als Tabellenführer der 3. Liga West auf dem besten Weg in die 2. Liga. Der Meister steigt direkt auf. Am Wochenende schlug das Team den Soester TV souverän mit 34:21. Nur was nützt aller sportlicher Erfolg, wenn das Geld nicht da ist?

Dem Verein fehlen rund 200.000 Euro, um in der eingleisigen 2. Liga bestehen zu können. Sprich, um den Kader mit leistungsstarken Spielern zu ergänzen. Anfang März reichte der Drittligist trotzdem die Lizenzunterlagen bei der Handball-Bundesliga (HBL) ein, anders als die derzeit einzigen Konkurrenten um den Meistertitel, Leichlingen und Krefeld, die von vornherein entschieden haben, auf einen möglichen Aufstieg zu verzichten. Doch die VfL-Macher wollten kämpfen, um das Geld zusammenzukratzen. Bis zum 31. März um 15 Uhr muss die Spielbetriebsgesellschaft bei der HBL die wirtschaftlichen Unterlagen eingereicht haben.

Stand jetzt konnte Geschäftsführer Ulli Koch aber keine finanzstarken Sponsoren auftreiben. Er habe viele Gespräche geführt. „Aber ich habe keine bedeutenden Zusagen erhalten“, so Koch. Aktuell könne man sich vom Motto „Bundesliga für die Region“ verabschieden.

Die glorreichen Zeiten, als sich der VfL Anfang der 1990er Jahre sechs Jahre in der Bundesliga hielt und Handball in Fredenbeck so etwas wie eine Religion war, sind offenbar vorbei. Damals verwandelten 2.500 Fans die Geestlandhalle in einen Hexenkessel.

Auf Gedeih und Verderb den Weg zurück in die 2. Liga zu gehen, will man beim VfL allerdings auch nicht. „Wir könnten zwar aufsteigen und dann darauf setzen, neue Geldgeber zu finden“, so Koch. Doch das sei keine gute Option. „Ich bin stolz darauf, dass wir wieder vor 1.000 Zuschauern spielen. Doch was ist, wenn wir in der 2. Bundesliga einige Spiele verlieren?“ Die Mannschaft müsse erst zeigen, dass sie tatsächlich ein Spitzenteam sei.