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Volle Tribünen und spektakuläre Rennen

 

Rallycross-WM auf dem Estering: Der Franzose Davy Jeanny besiegt den Ex-Weltmeister / Lokalmatador Andreas Steffen vom Pech verfolgt


ig.

Buxtehude.Qualmende Reifen. Staub liegt in der Luft. Es riecht nach verbranntem Gummi. Boxengasse und Piste sind vollgestopft. Die Boliden stehen in Position, begleitet von kurzberöckten „Rennmäusen“. Die Tribünen sind proppenvoll. Die Besucher warten gespannt auf die Startschüsse.

Mehr als 10.000 Fans feierten am vergangenen Wochenende beim fünften Lauf der "FIA World Rallycoss Championship" die Fahrer mit den heißen Reifen. Nach 2014 fand auf der Rennbahn zum zweiten Mal ein FIA-Wertungsrennen statt. Die Fans erlebten spektakuläre Rennen - und einen frustrierten Lokalmatador Andreas Steffen: Die hervorragende Qualifikation endete mit einem technischen Defekt im Finale. Auf der Heimstrecke ist mit Steffen immer zu rechnen, das war den "EuroRX Super 1600"-Teilnehmern und den Fans klar. Dass der Buxtehuder aufs Podium wollte, unterstrich er mit beeindruckenden Zeiten am Samstag. Mit dem zweiten Platz im ersten Qualifikationslauf sicherte sich Steffen bereits ein souveränes Punktepolster, das er mit zwei weiteren Top-Platzierungen (Plätze 5 und 6) festigte.

Wäre da nicht der dritte Heat gewesen: „Zur Mitte des Rennens verabschiedete sich eine Antriebswelle“, erklärte Steffen nach dem Rennen, der zu dem Zeitpunkt auf einem aussichtsreichen zweiten Platz lag. „Es geht dann nicht wirklich vorwärts." Und es sei schwierig, den Skoda Fabia mit nur einem angetriebenen Rad um die Kurven zu zirkeln.“ Die Folge: Platz16 - ein kleiner Wermutstropfen in einer sonst sehr guten Qualifikation.
Die Ergebnisse und eingefahrenen Qualifikationspunkte reichten für den sechsten Platz - und damit Startplatz drei im zweiten Halbfinale. Steffen erwischte einen guten Start. Der Erste drehte sich in der berüchtigten Sparkassen-Kurve von der Strecke und hinter dem Letten Ernestas Staponkus (VW Polo) ging Steffen mit seinem 230 PS starken Fabia auf die lange Gerade. In der dritten Runde nutzte Steffen die Alternativspur der Jokerlap, kam als Dritter zurück auf die Strecke. Doch dann begann das Drama erneut: Die Antriebswelle verabschiedete sich ein zweites Mal. "Jede Kurve wurde zur Qual. Der Fabia machte einfach nicht mehr das, was man als Fahrer will.“ Steffen wird bis auf den vierten Platz durchgereicht, verpasst den Einzug in das Finale der Top sechs. Sieger in der Super 1600-Klasse wurde der Däne Ulrik Lonnemann (Peugeot 208).

Das Duell der "Wikinger" zwischen Ex-Weltmeister Petter Solberg (Norwegen) und dem zweifachen DTM-Champion Mattias Ekström (Schweden) kam nicht zustande. Ekström musste zwei technische Defekte hinnehmen, war nach dem Rennen sauer: Das sind Teile, die nur wenige Euro kosten." Aber auch Mitstreiter Solber wurde seiner Favoritenrolle nicht gerecht. Der Franzose Davy Jeanny gewann mit seinem Peugeot 208 WRX Superstar alle Vorläufe, fuhr in einem beherzten Rennen zum ersten WM-Sieg seiner jungen Karriere - und wurde von den "Verlierern" Petter Solberg (Citroen DS3) und Tommy Hansen (Peugeot 208) mit der obligatorischen Sektdusche gefeiert. Der Estering sei sein Kurs. Und die Fans einmalig, sagte er später auf der Pressekonferenz. •