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Ausbildungsmarkt: Bewerber haben die Qual der Wahl

Wer Koch werden will, hat sehr gute Chancen auf dem Ausbildungsmarkt (Foto: DAK)
(bc). Diese Zahlen belegen schwarz auf weiß, dass der Ausbildungsmarkt in in der Region immer mehr zu einem Bewerbermarkt wird. Von insgesamt gemeldeten 1.206 Ausbildungsstellen im Landkreis Stade waren Ende März noch 728 unbesetzt. Dagegen stehen lediglich 575 registrierte Jugendliche, die noch keine Stelle haben. Das bedeutet: Schulabsolventen können sich ihren Ausbildungsplatz mehr oder weniger aussuchen. Diese Statistik hat jetzt die Agentur für Arbeit in Stade herausgegeben. „Die Jugendlichen haben die Qual der Wahl“, sagt Susanne Serbest, Sprecherin der Arbeitsagentur.
Eine Situation, die sich noch vor zehn Jahren komplett anders darstellte. Damals machte man sich als Elternteil ernsthafte Sorgen, wenn der Filius im Frühjahr immer noch keine Lehrstelle gefunden hatte. Jetzt hat nur rund ein Drittel der Mädchen und Jungen einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Für Serbest mittlerweile normal. „Seit fünf Jahren hat sich der Markt gewandelt hin zu einem Bewerbermarkt“, sagt sie.
Für den kompletten Bezirk der Arbeitsagentur inklusive der Landkreise Cuxhaven und Rotenburg/Wümme bedeutet das: 1.910 Jugendliche sind aktuell noch auf der Suche. Demgegenüber standen 2.999 betriebliche Ausbildungsstellen zur Besetzung bereit, 95 bzw. 3,1 Prozent weniger als im März 2016. Davon unbesetzt waren Ende März noch 1.955.
„Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt ist vor dem Hintergrund der demografischen Veränderungen zu sehen. Betriebe haben zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen“, bilanziert Dagmar Froelich, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur.
Gleichwohl sagt Froelich aber auch: „Für alle Abgangsschüler 2017 wird es höchste Zeit, sich zu entscheiden, wie es nach der Schule weitergehen soll.“ Denn trotz der relativ guten Situation auf dem Ausbildungsmarkt sei die Zahl der unversorgten Bewerber und der unbesetzten Ausbildungsstellen in den vergangenen Jahren gestiegen.
Mit der Initiative „Ausbildung hat Vorfahrt“ hat die Bundesagentur für Arbeit eine breit angelegte Initiative zur Stärkung der betrieblichen Ausbildung ins Leben gerufen. „Unser geschäftspolitisches Ziel ist es, möglichst viele Jugendliche für eine duale Ausbildung zu gewinnen – dazu gehören auch Abiturienten und Hochschüler - und die Chancen für eine Ausbildung zu eröffnen. Kein Jugendlicher soll verloren gehen“, so Froelich.
Den Unternehmen rät die Agenturleiterin, Auszubildende rechtzeitig an den Betrieb zu binden: „Jugendliche haben heute die große Auswahl an Lehrstellen und sagen nicht selten auch bei mehreren Unternehmen zu. Da heißt es, mit guten Ausbildungsangeboten punkten. Denn gerade die guten Bewerber schauen sehr genau auf die Rahmenbedingungen.“ Neben Ausbildungsvergütung, Arbeitszeiten oder auch Übernahmemöglichkeiten spielen Wertschätzung und Betriebsklima eine wichtige Rolle.
• Informationen für Jugendliche, sowie einen Gesprächstermin mit dem Berufsberater gibt es unter Tel. 0800-4555500. Arbeitgeber, die noch Fragen zur Einstellung Jugendlicher haben, wählen den Arbeitgeberservice unter der Tel.-Nr. 0800-4555520.