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Bacardi schließt die Abfüllung in Buxtehude

Endgültig: Bacardi schließt seine Abfüllwerk in Buxtehude (Foto: tk)
Werks-Aus: 103 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs / Firmengelände soll verkauft werden

tk. Buxtehude. Die Hiobsbotschaft für die Mitarbeiter kam in der vergangenen Woche: Bacardi schließt sein Werk in Buxtehude am Alten Postweg. Im Laufe der kommenden Monate wird die Produktion dort komplett eingestellt. Davon betroffen sind 103 Mitarbeiter. 81 Festangestellte und 22 Zeitarbeiter werden ihre Jobs verlieren. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte das Aus für den Standort Buxtehude. Die Mitteilung über die Werksschließung hat die Betroffenen nach WOCHENBLATT-Informationen völlig überraschend getroffen. Bereits 2004 gab es Entlassungen und es wurde über das Aus für Buxtehude spekuliert.

Es sei "ein schwerer Entschluss" gewesen, der im Vorfeld "sorgfältig und umfangreich" geprüft worden sein, so die Sprecherin zu den Gründen für das Ende.
In Buxtehude wurden bislang Bacardi-Rum und sogenannte RTD-Produkte ("ready to drink") abgefüllt. Letzteres sind alkoholische Fertigmischungen. Der Rum wird künftig in Pessione (Italien) abgefüllt. Wohin die Abfüllung der Mischungen verlagert wird, geht nicht aus den Erklärungen der Bacardi-Sprecherin nicht hervor. Über die einsilbige Pressemitteilung hinaus gab es keine weiteren Auskünfte.

Wie es mit den betroffenen Mitarbeitern weitergeht, ist offenbar noch ungeklärt. Dem Betriebsrat sei vorgeschlagen worden, zeitnah mit Konsultationen zu beginnen, so die Erklärung aus der Unternehmensführung."Für die betroffenen Mitarbeiter soll die bestmögliche Lösung erzielt werden", so das offizielle Statement. Von der Abwicklung der Abfüllung in Buxtehude ist das Bacardi-Büro in Hamburg nicht betroffen.
Bewegung wird durch das Bacardi-Ende in den Markt der Gewerbeimmobilien in Buxtehude kommen. Sobald mit dem Betriebsrat eine Einigung erzielt worden sei, will Bacardi das Werksgelände verkaufen, sagt Sprecherin Leonie Bueb.

Bereits im Jahr 2004 hatte Bacardi Jobs in Buxtehude abgebaut. Von damals rund 140 Arbeitsplätzen sind 40 gestrichen worden. Der Grund: Auf die sogenannten Alcopops wurde eine Sondersteuer erhoben. Die Mixgetränke waren vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. Mit der Steuer sollte der Konsum eingedämmt werden. "Rigo" und "Breezer" waren die Bacardi-Erfogsprodukte aus Buxtehude. Das Unternehmen hatte zuvor zehn Millionen Euro in die Erweiterung der Produktion investiert. Schon damals hatten Mitarbeiter befürchtet, dass der gesamte Standort dicht gemacht werden könnte. Eine Sorge, die, wie sich heute zeigt, nicht unberechtigt

• Die Firmenzentrale von Bacardi ist auf den Bermudas. Das Unternehmen ist ein global player und verkauft weltweit in mehr als 100 Ländern Spirituosen. Über die Umsätze gibt es nur Schätzungen. Sie sollen 2013/2013 bei rund sechs Millarden US-Dollar gelegen haben. Rund 200 unterschiedliche Spirituosen- und Mischgetränke-Marken gehören unter das Bacardi-Dach. Bacardi, 1862 gegründet, ist nach wie vor ein Unternehmen in Familienhand.