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Buxtehude: Fairtrade - eine gemeinsame Vision

Der Fairtrade-Experte Dr. Hans-Christoph Bill gab Aufschluss über Fairtrade-Produkte mit und ohne Kennzeichnung

Ist fairer Handel nur echt mit Siegel? Ein Experte informiert in der „Fairtrade-Stadt Buxtehude“

ab. Buxtehude. Was genau Fairtrade bedeutet und ob zur Kennzeichnung fair gehandelter Produkte immer ein Siegel notwendig ist, darüber gab kürzlich Dr. Hans-Christoph Bill Auskunft. Der Experte aus Hamburg hielt anlässlich der Veranstaltungsreihe „Buxtehude will‘s wissen“ in der Malerschule einen Vortrag zu dem Thema.

„Mit einem als fair gehandelten und gekennzeichnetem Päckchen Kaffee kann ich noch nicht die Welt verändern. Jedes Produkt muss hinterfragt werden“, forderte Bill. Denn ebenso wie der Name „Fairtrade“ gesetzlich nicht geschützt sei, seien es auch die mehr als 50 verwendeten Siegel nicht. Nur wenige gelten als zuverlässig. „Viele von ihnen suggerieren zwar einen fairen Handel, sind davon aber relativ weit entfernt.“ Bei Produkten in Geschäften, in denen es ausschließlich fair gehandelte Ware gebe, sei ein Fairtrade-Siegel überflüssig. Marken wie z. B. Gepa, die im normalen Handel erhältlich und vom Anbau bis zur Auslieferung zu 100 Prozent fair seien, bräuchten ebenfalls kein Siegel.

Produkte wiederum, die mit einem zuverlässigen Fairtrade-Siegel ausgestattet seien, aber über den normalen Handel angeboten würden, seien zwar fair produziert, machten aus dem Importeur jedoch noch keinen reinen „Fair-Trader“. „Dennoch ist es ein Riesenschritt“, wandte Bill ein, „wenn diese Produkte im normalen Handel angeboten werden.“ Denn es sei um ein Vielfaches besser, als nicht fair produzierte Ware.

Beim fairen Handel gehe es nicht in erster Linie darum, dass es für alle Beteiligten mehr Geld gebe, erläuterte der Fachmann weiter, es gehe um mehr Gerechtigkeit.
„Fairtrade bedeutet, eine gemeinsame Vision zu haben“, so Bill. Durch Transparenz, Qualitätskontrollen und direkten Handel verhelfe Fairtrade den arbeitenden Menschen in armen Ländern zu mehr Mitspracherecht und durch eine gerechtere Bezahlung zu besserer Bildung für ihre Kinder. Durch den fairen Handel sei vielen Menschen endlich bewusst geworden, was ihre Ware wert ist.

• Seit November 2011 ist auch die Hansestadt eine Fairtrade- Stadt und gehört damit zu 1.000 Fairtrade-Städten weltweit. Eine Lenkungsgruppe erarbeitet in Buxtehude Projekte und Veranstaltungen, die das Thema voran bringen und den Verbraucher für den fairen Handel sensibilisieren soll. Daran beteiligt sind neben der Politik und dem Handel auch Kindergärten, Schulen, Vereine und die Hansestadt selbst.