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Der Arbeitsmarkt ist in Topform

Gutes Jahr für die Arbeitsagentur
bc. Stade. Von einem Arbeitsmarkt in Topform sprach Dagmar Froelich, Chefin der Agentur für Arbeit Stade, anlässlich des Jahrespressegesprächs ihres Hauses am Mittwoch. Die Belege für ihre These: sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Nachfrage nach Fachkräften sowie eine insgesamt wachsende Beschäftigung. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote bei 5,5 Prozent. Um einen niedrigeren Wert zu finden, muss man in die frühen 1990er Jahre zurückgehen.

Im Landkreis Stade waren im vergangenen Jahr 131 Menschen weniger arbeitslos als 2014. Insgesamt hatten 6.292 Menschen keinen Job. Allerdings ist der Markt gespalten, räumt Froelich mit Blick auf die Vermittlungschancen ein.

Junge qualifizierte Arbeitnehmer werden händeringend gesucht, Langzeitarbeitslose haben trotz des umgreifenden Fachkräftemangels nach wie vor Schwierigkeiten, einen Job zu finden. „Zu alt und zu teuer“ seien oftmals gehörte Gründe von Arbeitgebern.

Bei den Langzeitarbeitslosen (mehr als ein Jahr) verzeichnete die Agentur in ihrem Bezirk (Landkreise Stade, Cuxhaven und Rotenburg) einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozent, bei den Geringqualifizierten um 3,4 Prozent und in der Gruppe der Ausländer sogar um 15,1 Prozent.

In Sachen Beschäftigung sei der Landkreis Stade ein echter Gewinner des Jahres 2015. Derzeit sind etwa 58.800 Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 4.141 freie Stellen wurden der Agentur im vergangenen Jahr gemeldet, deutlich mehr als im Vorjahr.
Insgesamt sei die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hoch. Ausgehend von 254 Arbeitstagen in Niedersachsen konnten im Jahr 2015 im Agenturbezirk pro Arbeitstag 168 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden, im Gegenzug haben sich 167 Leute pro Tag arbeitslos gemeldet.

Froelich: „Das zeigt, dass die meisten Menschen nicht in der Arbeitslosigkeit verharren.“
Natürlich beschäftigt auch das Thema Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt die Arbeitsagentur sehr, da sie für die Menschen zuständig ist, solange das Asylverfahren läuft. „Es hat ein politischer Wandel stattgefunden. Asylbewerber sollen nicht mehr ferngehalten werden vom Arbeitsmarkt, sondern deren Potentiale sollen erkannt und genutzt werden“, so Froelich.

Das Problem dabei: Nach Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit verfügen ca. 80 Prozent der Flüchtlinge über keinen Berufsabschluss nach deutschem Verständnis. Was nicht heißt, dass sie nichts können. Froelich sieht vor allem bei den vielen jungen Menschen ein großes Potential für die Ausbildung. Sie seien die Fachkräfte von übermorgen. Froelich: „Der aktuelle Flüchtlingsstrom ist als Herausforderung aber auch als Chance zu sehen, dem demografischen Wandel zu begegnen.“

• Arbeitgeber, die einem Asylbewerber die Möglichkeit eines Praktikums geben wollen, müssen sich dafür zunächst die Genehmigung der Ausländerbehörde des Landkreises einholen.