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Der Porsche ist out: Unterschrift als neues Statussymbol

Susanne Dorendorf entwickelt für ihre zahlungskräftige Kundschaft markante Unterschriften (Foto: oh)

(tk). Das Vertragswerk besiegelt ein Millionengeschäft. Die Unterschrift des Topmanagers darunter sieht jedoch wie die eines Erstklässlers aus. Wenn das Spitzenpersonal in Unternehmen mit seinem handschriftlichen Namenszug unzufrieden ist, kommt Susanne Dorendorff (59) ins Spiel. Die Schriftkünstlerin und Grafikerin entwickelt neue Unterschriften. Sie sieht in der Bedeutung des Namens in markanter Schreibschrift mehr als eine dahingekritzelte Ansammlung von Buchstaben: "Eine Unterschrift ist auch ein Statussymbol."

Seit sieben Jahren entwickelt die Hamburgerin Susanne Dohrendorff neue Unterschriften für ihre Klienten. Buchstabe für Buchstabe und in enger Zusammenarbeit mit denen, die ihr Autogramm aufhübschen wollen. "Das ist ein Prozess der Zusammenarbeit und kein Einkauf einer neuen Unterschrift." Je wichtiger die Menschen werden, je höher sie in der Hierarchie aufsteigen, desto mehr Bedeutung komme der Unterschrift zu, sagt Susanne Dorendorff. Das betreffe gleichermaßen Frauen und Männer. Meine Yacht, mein Porsche, meine Villa - das ist für Geld zu kaufen - aber eine neue Unterschrift?

Die Schriftkünstlerin, die einige Jahre vor den Toren Stades gelebt und an der VHS Buxtehude "Art Writing" unterrichtet hat, räumt zuerst mit einer Fehleinschätzung auf. "Ich designe keine neuen Unterschriften." Die neue Signatur sei vielmehr ein Weg, der mit Schreibschwung und Dynamik zu tun habe. "Die Schrift muss fließen", sagt sie.
Wer schließlich seinen Namen mit neuem grafischen Pep aufs Papier bringe, strahle Selbstbewusstsein aus, sagt die Schriftexpertin.

Über ihre Klienten verrät Susanne Dorendorff kein Sterbenswörtchen. Konkurrenz muss sie als Exklusivanbieterin ihrer ausgefallenen Dienstleistung nicht befürchten. Dass ihre Arbeit in wachsendem Maße nachgefragt werde, hat nach Dorendorffs Meinung vor allem mit der Grundschule zu tun. "Schreibschrift kommt nicht mehr in den Lehrplänen vor." Wer das fließende Verbinden von Buchstaben aber nie gelernt hat, bekomme häufig nur eine Kritzelei hin.

Dass die schöne Unterschrift an Bedeutung gewinne, habe auch mit ausgedehnten Wirtschaftskontakten gen Fernost zu tun. In China, Japan und Korea genieße die Handschrift als Teil der Schriftkultur einen hohen Stellenwert.

Wer die Hilfe der Schriftkünstlerin sucht, bekommt die neue Unterschrift nicht zum Nulltarif. Das gemeinsame Erarbeiten kostet rund 500 Euro. Das Gesamtpaket mit neuer und eindrucksvoller Handschrift ist eine Investition von rund 7.500 Euro.
Wer sich für die schwungvolle, dynamische und markante Unterschrift entscheidet, sollte es dabei nicht belassen: Ein wichtiges Accessoire auf der obersten Chefetage ist natürlich auch der passende Füllfederhalter für das entscheidende Autogramm: Ein schreibendes Schmuckstück von Cartier kann dabei mit deutlich mehr als 30.000 Euro zu Buche schlagen. So ein ein Schreibwerkzeug macht endgültig klar: Ich bin der Boss!