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Die Buxtehuder Reederei NSB baut 50 Stellen ab

Die Buxtehuder Reederei NSB baut am Stammsitz in Buxtehude 50 Arbeitsplätze ab

tk. Buxtehude. Die Reederei NSB baut 50 von rund 245 Arbeitsplätze an Land in der Buxtehuder Firmenzentrale ab. Grund sei die anhaltende Schifffahrtskrise und damit verbunden eine notwendige Umstrukturierung des Unternehmens, so eine NSB-Pressemitteilung vom vergangenen Dienstag. Am selben Abend wurde auch im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss der Stadt über die NSB gesprochen. Nach offiziell unbestätigten Angaben soll es dabei um die Stundung oder den Erlass von Gewerbesteuern in Millionenhöhe gegangen sein.

Die NSB begründet den Arbeitsplatzabbau damit, dass die Zahl der bereederten Schiffe von 118 in Spitzenzeiten auf 72 gesunken sei. Der Unternehmensgründer und CEO (Chief Executive Officer) Helmut Ponath kommentiert die Entwicklung in der Pressemitteilung: "Wir befinden uns in der längsten und gravierensten Krise der Schifffahrt." Um den Fortbestand der NSB zu sichern, seien Restrukturierungsmaßnahmen notwendig. Dazu gehöre ein Ausbau der internationalen Präsenz mit neuen Standorten in Asien.
Der Stellenabbau in Buxtehude werde sozialverträglich in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit abgefedert. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über eine Transfergesellschaft schnell neue Jobs finden.

Was aus dieser unternehmerisch begründeten Neuausrichtung der NSB im Zusammenhang mit der Gewerbesteuer in Buxtehude ein politisches Thema macht, ist die scharfe Kritik, die Helmut Ponath an der jüngsten Gewerbesteuer-Erhöhung geübt hat. Ponath, der als Sponsor vielfältig aktiv ist, Sport, Kultur und soziale Einrichtungen fördert, hatte im Dezember 2013 während eines Unternehmerfrühstücks die letztendlich beschlossene Gewerbesteuererhöhung heftig angegangen. Vom Ende der Sponsoringmaßnahmen und dem Wechsel von Schiffsgesellschaften in andere Kommunen war dabei die Rede.

Der Antrag, die Gewerbesteuer zu mindern, kam einigen Buxtehuder Politikern im Zusammenhang mit dem angekündigten Arbeitsplatzabbau daher wie ein Frontalangriff vor. Nach unbestätigten Angaben hat der VA das Thema nach gründlicher Prüfung - auch durch externe Experten - an das Finanzamt weiterverwiesen. Dort sei durchaus noch etwas möglich.

NSB-Sprecherin Bettina Wiebe kommentiert den Zusammenhang von Arbeitsplatzabbau und der Kritik an der Steuererhöhung: "Die Entlassungen zeigen, dass die NSB Grund hatte, die Steuererhöhung zu kritisieren." Von den Verhandlungen über Stundung oder Erlass bei der Gewerbesteuer wisse sie nichts, erklärt Bettina Wiebe auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Dass die Gründung eines Betriebsrates mit den Entlassungen zusammenhänge, wies Wiebe zurück. Der Wahlvorstand für den Betriebsrat sei am vergangenen Donnerstag bestimmt worden. "So schnell entsteht kein neues Unternehmenskonzept", sagte die Sprecherin. Daran sei monatelang gefeilt worden.

Was Politik und Verwaltung in Buxtehude mit dem Steuernachlass verhindern wollten, war ein zweiter Fall Gaschke. Die Kieler Oberbürgermeisterin trat im Herbst 2013 zurück, weil sie einem Augenarzt 3,7 Millionen Euro Steuerschuld erlassen hatte. Ein Polit-Insider bewertet die Diskussion so: "Letztendlich liegt uns das Wohlergehen der NSB am Herzen"