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Die Inflation frisst mein Geld auf, was tun?

Der TV-bekannte Volkswirt und Börsenexperte Folker Hellmeyer (li.) und Ralf Achim Rotsch, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Stade, am Montag im Stadeum (Foto: bc)
bc. Stade. „Wir müssten ein Volk der Aktionäre sein!“ Das sagte der TV-bekannte Volkswirt und Börsenexperte Folker Hellmeyer (früher Chefanalyst Bremer Landesbank) beim Kapitalmarkt-Kompass der Kreissparkasse (KSK) Stade. Angesichts einer durchschnittlichen Dividenden-Rendite bei DAX-Werten von drei Prozent ein nachvollziehbarer Satz, wenn man in der gegenwärtigen „Nullzinswelt“ einen Blick auf die klassischen Finanzprodukte ohne jede Ertrags-Chance wirft.
Der Deutsche Aktienindex (DAX) sei mit aktuell etwa 13.500 Punkten im internationalen Vergleich viel zu günstig und damit dramatisch unterbewertet, so Hellmeyer. Schwankungen gebe es zwar immer, wahrscheinlich sei aber ein Zuwachs des DAX auf 14.500 Punkte und mehr. Die gut 1.100 Gäste der Kreissparkasse hörten am Montagabend gespannt zu. Aber werden sie seine Tipps auch befolgen, breit gestreut und langfristig in Aktien zu investieren?
Nach wie vor gehen die meisten Deutschen offenbar noch immer den vermeintlich sicheren Weg. „Überwiegend sparen viele in Geldwerte, statt in Sachwerte wie Immobilien, Aktien oder Aktienfonds“, sagt Ralf Achim Rotsch, Vorstandsvorsitzender der KSK Stade. Dabei merken sie häufig gar nicht, wie die Inflation ihr Vermögen auffrisst. Angesichts einer aktuellen Teuerungsrate von knapp zwei Prozent verliert der Sparer mit seinem Sparbuch oder seiner Staatsanleihe in zehn Jahren ein Fünftel seiner Kaufkraft. Legt man alternative Berechnungen ausgewiesener Experten zugrunde, ergibt sich sogar eine Inflationsrate von weit über drei Prozent. Dann hätte der Sparer in zehn Jahren ein Drittel seiner Kaufkraft eingebüßt.
Seit vielen Jahren werben Banken und Sparkassen dafür, zumindest einen Teil des verfügbaren Einkommens in Aktien oder Aktienfonds anzulegen. Schon bei einem DAX-Stand von 5.000 Punkten rührte die KSK die Werbetrommel für Fondsmodelle mit breiter Risikostreuung. Wer damals zugriff, dürfte angesichts der Entwicklung des Index heute mehr als zufrieden sein.
„Unser Tipp ist es, rund ein Drittel in Sachwerte anzulegen. Am besten in Fonds“, so Rotsch. Er verweist in dem Zusammenhang auf die risikominimierende Strategie des Cost-Average-Effektes (Durchschnittskosteneffekt) - also die Verteilung einer Investition in eine Anlage über einen längeren Zeitraum. Dabei werden bei fallenden Kursen mehr Anteile, bei steigenden Kursen weniger Anteile erworben. Rotsch: „Schwankungen können so nicht nur eine Gefahr, sondern auch eine Chance sein.“