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"dodenhof" wird 2018 keinen verkaufsoffenen Sonntag anmelden

tk. Posthausen. "Dieses Risiko können wir nicht eingehen", sagt Bernd Chylla, Mitglied der Geschäftsführung bei "dodenhof" und Unternehmenssprecher. Mit Risiko meint er, künftig einen verkaufsoffenen Sonntag vorzubereiten, in Werbung zu investieren und diesen Tag dann auf den letzten Drücker absagen zu müssen - sehr zum Verdruss der Kunden. Im kommenden Jahr wird die Einkaufsstadt daher keinen Antrag auf einen verkaufsoffenen Sonntag stellen. Der Grund: Der für das vergangene Wochenende geplante Einkauf-Sonntag musste wenige Tage vorher abgesagt werden, weil die Gewerkschaft ver.di mit Rechtsmitteln gedroht hatte und vermutlich damit vor Gericht Erfolg gehabt hätte.

Das Thema wühlt Bernd Chylla auf. Denn bereits der vorangegangene verkaufsoffene Sonntag wurde von ver.di torpediert. Am Donnerstag vor dem Einkaufstag hatte ein Leipziger ver.di-Anwalt die Genehmigungsunterlagen von der Gemeinde Ottersberg (Landkreis Verden) angefordert und mit einer einstweiligen Verfügung gedroht. "Da sind wir noch ungeschoren davon gekommen", so Chylla. Beim nächsten geplanten verkaufsoffenen Sonntag wurde den Mitarbeitern der Gemeinde mit persönlichen. juristischen Konsequenzen gedroht, wenn der Einkaufstag stattfinde. "So etwas ist inzwischen in ganz Deutschland Praxis", sagt Chylla. Möglichst kurz vorher wird ein Einkaufssonntag so unter Beschuss genommen, dass die Veranstalter keine Chance zur Gegenwehr hätten.

Was ihn zusätzlich ärgert: Der "dodenhof"-Betriebsrat, der vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr zugestimmt habe, wurde von ver.di nicht einmal um seine Meinung gefragt. "Wir zahlen einen einhundertprozentigen Aufschlag und unsere Mitarbeiter stehen dahinter, denn es lohnt sich für sie."

"So ein Theater habe ich in 30 Jahren nicht erlebt", sagt Bernd Chylla. Die IHK-Forderung, Rechtssicherheit zu schaffen, sei daher völlig richtig.