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Ex-NRI Geschäftsführer: "Ich stehe als Käufer bereit"

Der freigestellte NRI-Geschätfsführer Dr. Klaus Wurster würde das Unternehmen kaufen -wenn er zum Zug käme (Foto: oh)

tk. Buxtehude. Es gab keine Begründung und die Entscheidung kam völlig überraschend: Dr. Klaus Wurster, Geschäftsführer des Münzprüfgeräteherstellers NRI in Buxtehude, wurde freigestellt (das WOCHENBLATT berichtete). Hintergrund dürfte Wursters Kritik am US-Mutterkonzern von NRI, der Unternehmensgruppe Crane sein. Wurster interpretiert eine Vorgabe der EU-Kommission zur Wettbewerbskontrolle anders als die Crane-Geschäftsführung. Nach seinem überraschenden, erzwungenen Abgang sagt Wurster: "Ich akzeptiere das."

Eigentlich hätte der erfolgreiche Geschäftsführer regulär zum Ende des Jahres in den Ruhestand gehen sollen. "Ich bin der letzte Mohikaner, viele Kollegen sind bereits pensioniert", sagt Wurster. Wenn es nach ihm ginge, würde er den Ruhestand aber noch aufschieben. Wurster kündigt an, NRI kaufen zu wollen, wenn sich der Mutterkonzern zum Verkauf entschließt. "Ich stehe bereit."
Hintergrund: Crane übernimmt einen ebenfalls US-amerikanischen Mitbewerber. Beide Unternehmen sind unter anderem auf dem Gebiet der Münzprüf- und Wechselgeräte tätig. Daher verlangte die EU-Kommission einen Verkauf von Unternehmensteilen, unter anderem NRI. Doch Crane spricht bisher nicht von Veräußerung, sondern favorisiert die Vergabe einer Technologielizenz an einen Investor.
Unter anderem das hatte Wurster kritisiert. Er versteht die EU-Ansage als klare Aufforderung zum Verkauf von NRI. Etwas anderes würde sich für einen Investor auch gar nicht lohnen, so der Ex-Geschäftsführer. Nicht einmal für einen symbolischen Euro. Wer nur die Lizenz besitze, benötige noch die Maschinen und das Know-How der Mitarbeiter.
Das alles ist in Buxtehude gebündelt: "Wir haben eine außerordentlich gute Mannschaft", sagt Wurster. Gemeinsam mit der Geschäftsführung habe das Team NRI auf die Erfolgsspur zurückgebracht. "Nach der Euro-Einführung kam eine Durststrecke", so Wurster. Nach einem erzwungenen Personalabbau ging es mit neuen und innovativen Produkten wieder aufwärts. "NRI ist eine hochprofitable Firma", sagt der ehemalige Chef.
Die Entlassung von Wurster und die ungeklärte Zukunft verunsichern die rund 150 NRI-Mitarbeiter. Vielleicht hilft der Optimismus ihres ehemaligen Chefs: "Ich sage, es läuft weiter", so Klaus Wurster. Obwohl er rausgeflogen ist, soll er ein vielversprechendes Projekt noch zu Ende führen.