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Fachkräfte, wo seid ihr?

Stellten den Wirtschaftsbericht der IHK vor: Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt und Präsident Thomas Windgassen
bc. Stade. Der Fachkräftemangel ist und bleibt ein großes Thema für die Unternehmen in Deutschland. Das wurde bei der Bilanzpressekonferenz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Stade in dieser Woche deutlich. „Es dauert einfach immer länger, Stellen zu besetzen“, sagte IHK-Präsident Thomas Windgassen. Jeder dritte Betrieb im Elbe-Weser-Raum habe laut einer Umfrage Probleme, geeignetes Personal zu finden. Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt erschwere zusätzlich die Suche nach geeigneten Fachkräften, so Windgassen.
Der Zustrom der Flüchtlinge könne zur Lösung des Problems derzeit kaum beitragen. Zu häufig scheitere eine Einstellung an der Sprachbarriere. Seit Beginn der Flüchtlingswelle in 2015 konnten erst weniger als 100 Zuwanderer im Elbe-Weser-Dreieck eine Ausbildung anfangen. Dass sich der Flüchtlingszustrom positiv auf den Fachkräftemangel auswirke, werde sich erst in drei bis vier Jahren bemerkbar machen, so Windgassen.
Die IHK arbeite weiter zusammen mit Betrieben und Behörden an der beruflichen Integration junger Flüchtlinge. So wurde Anfang Januar mit Kajenthini Theivendiran eine Flüchtlingslotsin eingestellt, die kleine und mittelständische Unternehmen zu Praktika und Ausbildung von Geflüchteten berät, die unter 25 Jahre alt sind. Schon im vergangenen Jahr hat die IHK mit dem Landkreis Stade 30 Sprachmittler ausgebildet. Die IHK arbeitet auch mit der Arbeitsagentur zusammen, um Flüchtlinge und Betriebe zusammenzubringen und die Neu-Bürger mit Bleibeperspektive weiter zu qualifizieren.
Dank der guten Konjunktur ist die Lage insgesamt auf dem Arbeitsmarkt aber positiv - die Arbeitslosenquote lag Ende 2016 im Elbe-Weser-Raum bei 4,9 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau von 5,8 Prozent in Deutschland und Niedersachsen. Seit zehn Jahren steige die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich der IHK Stade kontinuierlich an. Der Höchststand lag 2015 bei 223.000 Arbeitsverhältnissen.
Wachstum ist nach Angaben der IHK auch bei den Ausbildungsverträgen zu verzeichnen. 2016 wurden 2.334 Verträge neu eingetragen - eine Steigerung zum Vorjahr um 5,3 Prozent. Die Betriebe im Kammerbezirk trotzdem damit dem Trend auf Bundesebene. Hier beträgt der Rückgang 0,4 Prozent. Der Landkreis Stade ist dabei der Motor. Mit rund 650 neuen Lehrlingsverträgen wurden hier am meisten Verträge im Stader IHK-Bereich abgeschlossen. „Immer mehr Firmen entscheiden sich dazu, selber ihre Fachkräfte auszubilden“, sagt Stades IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt.


"Branchenvielfalt ist unsere Stärke"

Insgesamt blicken die Betriebe im Elbe-Weser-Raum positiv auf das Jahr 2016 zurück. Rückläufige Insolvenzzahlen und steigende Umsatzzahlen spiegeln die gute konjunkturelle Lage wider. Die anhaltende Niedrigzinsphase stimuliert nach Einschätzung der IHK Stade weiter die Nachfrage in der Bauwirtschaft. Auf der anderen Seite schwäche sie die Banken und führe zu erhöhten Pensionsrückstellungen. Das binde Kapital in den Unternehmen.
Vergleichsweise stark präsentiert sich der Elbe-Weser-Raum im Baugewerbe, die Landkreise Stade und Verden zeichnen sich zudem durch einen starken industriellen Sektor aus. IHK-Präsident Thomas Windgassen: „Die Branchenvielfalt im Elbe-Weser-Raum ist unsere Stärke.“