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Gewerkschaften befürchten Jobabbau bei Unilever

Unilever in Buxtehude ist eine Erfolgsgeschichte (Foto: tk)

tk. Buxtehude. Droht bei Unilever ein Abbau von Arbeitsplätzen, von dem auch der Standort in Buxtehude am Alten Postweg betroffen sein könnte? Das befürchten zumindest die beiden Gewerkschaften  Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und Bergbau, Chemie, Energie (IG BGE). "Ein Teil der 500 Arbeitsplätze in Buxtehude könnte gefährdet sein", schreiben die Gewerkschaften in einer Pressemitteilung. Hintergrund soll demzufolge eine mögliche Fusion mit einem anderen Global Player sein. "Unilever will sich für ein neues Übernahmeangebot fitmachen", mutmaßen die Gewerkschaften.

Die NGG und IG BCE treibt die Sorge vor einem möglichen Arbeitsplatzabbau um. Daher hat am gestrigen Dienstag in Hamburg eine Betriebsversammlung stattgefunden, zu der auch Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) eingeladen war und bei der alle Unilever-Standorte per Videostream teilnahmen.

U
nilever ist ein weltweit aktives Unternehmen und hat 2016 einen Umsatz von mehr als 53 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Februar hatte ein anderer Global Player, nämlich die "Kraft Heinz Company" ein Übernahmeangebot in Höhe von 143 Milliarden Dollar gemacht, dass von dem britisch-niederländischen Konzern Unilever jedoch zurückgewiesen wurde. Der Vorsitzende des Konzernbetriebsrates, Hermann Soggeberg, geht aber davon aus, dass mögliche Fusionspläne nicht vom Tisch seien. Demzufolge werden die Personalkosten aller Produktionsstandorte auf den Prüfstand gestellt. Das könnte auch für den Standort in Buxtehude Konsequenzen haben.

Die Gewerkschaften Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) zitieren den Konzernbetriebsrat in einer gemeinsamen Presseerklärung mit den Worten, dass ein Arbeitsplatzabbau für den Standort Buxtehude ausdrücklich nicht ausgeschlossen sei. Zudem sei eine Verschlechterung bei den Sozialleistungen zu befürchten.

Allerdings, das hat das WOCHENBLATT informell von Gewerkschaftsseite erfahren, gehört Buxtehude nicht zu den Werken, die akut von großen Veränderungen oder gar einem Verkauf betroffen sein werden. Das soll in einem internen Hintergrundpapier stehen. Gleichwohl gelte demzufolge, dass auch die Lohnkosten in Buxtehude auf dem Prüfstand stünden.

Das Buxtehuder Werk gehört zu den profitablen Zweigen des Konsumgüterkonzerns. Probleme gebe es eher bei den Nahrungsmittelproduzenten. Zu Unilever gehören unter anderem auch die bekannten Marken Knorr oder Lätta. Geplant sei der Verkauf des Margarine-Geschäfts, so die beiden Gewerkschaften.

Unilever in Buxtehude ist eine Erfolgsgeschichte. Erst vor wenigen Monaten hat Unilever Deutschland 16 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage investiert (das WOCHENBLATT berichtete). In Buxtehude werden Duschgels und Lotionen der Marken "Dove" und "Duschdas" hergestellt. Werksdirektor Frank Wölfel sprach damals vom "großen Vertrauen", das mit dieser und vorangegangenen Investitionen in Millionenhöhe in den Standort Buxtehude gesetzt werde.

Insider gehen davon aus, dass es mehrere Szenarien nach der gescheiterten Übernahme durch "Kraft Heinz" geben kann. Zu einen könnte sich Unilever attraktiver und damit teurer für ein erneutes Übernahmeangebot machen. Salopp formuliert: die Braut macht sich schön. Zum anderen wäre es genauso denkbar, dass Unilever die Kosten senken und die Gewinne deutlich nach oben schrauben will, um damit die Selbstständigkeit zu sichern. Diese Braut wäre dann für eine Übernahme zu teuer. Geplant ist nach offiziellen Konzernangaben eine Steigerung des Gewinns bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent.
Eine Stellungnahme der Unilever-Pressestelle Deutschland lag bis Redaktionsschluss nicht vor.