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Gründahl Mühle in Buxtehude: Traditionsbetrieb schließt

Jan Gründahl vor den Reitsportartikeln. Der Räumungsverkauf läuft noch bis Weihnachten (Foto: tk)

tk. Buxtehude "Dann ist das eben so", sagt Jan Gründahl. Das, was so ist, ist das Aus der Gründahl Mühle zum Jahresende. Gemeinsam mit seinem Bruder betreibt er das alteingesessene Buxtehuder Fachgeschäft am Hafen für Heimtier- und Gartenbedarf, Reitsport und Futtermittel. "Es gibt Entwicklungen, denen man sich auf Dauer nicht verschließen kann", sagt Gründahl. Damit meint er den Einkauf im Internet, der seinem Betrieb arg zugesetzt habe. Er könne durchaus verstehen, wenn jemand online shoppe und dadurch 20 Euro pro Artikel sparen könne. "Wenn die Differenz nur zwei Euro beträgt, dann hört mein Verständnis aber auf."



Beratung, Service, kostenlose Parkplätze vor dem Laden - das alles bietet die Gründahl Mühle. Nicht genug, um gegen die Konkurrenz im Netz zu bestehen. Dort finde der Kunde 250 Sorten Hundefutter, so viel könne aber nicht auf Vorrat in der Gründahl Mühle gelagert werden. so der Geschäftsmann.

All das erzählt er ohne Wut auf die Konkurrenz der Onlineshops. Die Entscheidung, das Geschäft zu schließen, sei schließlich über Monate gereift. Was ihn trotz aller Abgeklärtheit auf die Palme bringt: Wenn Kunden den Barcode eines Produkts einscannen und fragen ob sie das auch zwei Euro billiger bekämen. "Oder sich von uns ausführlich beraten lassen und beim Rausgehen auf dem Smartphone den Artikel online kaufen," so Gründahl. Dann weist er gerne darauf hin, dass er als ortsansässiger Geschäftsmann Steuern in seiner Kommune zahle. Geld, von dem Kindergärten gebaut und Straßen saniert werden.

Ein weiterer Trend, der dem Traditionsbetrieb zugesetzt hat: Viele Menschen haben keine Lust mehr auf Gartenarbeit. Rollrasen, Rindenmulch und Kirschlorbeer sei der Standard in vielen Minigärten. "Nicht ohne Grund verhungern die Meisen auf dem Zaun", sagt Gründahl mit einer Spur Sarkasmus.

Bis Weihnachten werde der Räumungsverkauf andauern. Wie es dann mit den Geschäftsräumen direkt an der Este - rund 800 Quadratmeter groß - weitergeht, ist noch ungeklärt. "Wir sind offen für alles", so Jan Gründahl. Von einem neuen Laden über Gastronomie bis hin zu Wohnen sei vieles denkbar. Und was kommt für ihn, wenn die Ladentür endgültig abgeschlossen wird? "Ich suche mir dann einen neuen Job."