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Nur noch 36 Unternehmen: Bäcker-Innungen wollen fusionieren

Wollen und müssen wohl auch „heiraten“: die Bäcker-Innungen in den Landkreisen Stade und Harburg Lüneburg (Foto: MSR)
(bc). Die Zahl der Bäckereien schrumpft. Jährlich verlieren die Innungen in Deutschland ca. 500 Mitgliedsbetriebe. Als Karl-Heinz Wohlgemuth vor fast 30 Jahren als Obermeister der Bäcker-Innung im Landkreis Harburg anfing, waren 62 Betriebe in der Innung organisiert. Vor elf Jahren schloss man sich dann zur Innung Harburg Lüneburg zusammen. Heute sind lediglich 18 Unternehmen übriggeblieben. Genauso viele sind es auch nur noch in der Bäcker-Innung im Landkreis Stade.
Ein großes Problem, in dessen Folge jetzt der nächste Zusammenschluss ansteht. Seit gut zwei Jahren gibt es schon Gespräche, nahezu sämtliche Stolpersteine sind seitdem aus dem Weg geräumt worden. Am Montag, 18. September, wird aller Voraussicht nach in einer gemeinsamem Versammlung die Fusion der beiden Innungen im Hotel Rosenhof in Rosengarten (Landkreis Harburg) beschlossen. „Ich bin überzeugt, dass der Schrumpfprozess noch nicht beendet ist. Wir werden weitere Betriebe verlieren“, prophezeit Wohlgemuth.
Das führt vor allem zu personellen Schwierigkeiten. Die Kernaufgabe von Innungen ist neben der Interessenvertretung ihrer Mitgliedsbetriebe in rechtlichen und wirtschaftlichen Belangen die Organisation der Ausbildung sowie die Abnahme der Prüfungen. Es wird zunehmend komplizierter, Prüfungsausschüsse zu besetzen, Lehrgänge und Fortbildungen zu managen sowie überhaupt alle Posten zu vergeben. „Wir brauchen eine breitere personelle Basis“, sagt Karl-Heinz Pfeiffer, Obermeister im Landkreis Stade. Die Crux: Innungen sind für die gesamte Ausbildung zuständig, auch für die Azubis von Nicht-Innungs-Betrieben.
Karl-Heinz Wohlgemuth, früher auch Landesinnungsmeister, räumt ein, dass er von Haus aus kein großer Freund von Fusionen ist. Angesichts großer Einzugsgebiete - in diesem Fall sind es von Lüneburg bis Nordkehdingen fast 150 Kilometer - bestehe die Gefahr, dass die soziale Komponente von Innungen verloren gehe. „Es ist wichtig, dass man seine Ansprechpartner kennt. Ansonsten leidet die Beziehung zur Innung“, sagt Wohlgemuth. Trotzdem müsse jetzt gehandelt werden. Positiv sei, so Wohlgemuth, dass in beiden Gebieten die Kreishandwerkerschaften funktionieren und gut zusammenarbeiten würden.