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Sorge um deutsche Exporte

DIHK-Präsident Dr. Eric Schweitzer
 
Thomas Windgassen, Präsident der IHK Stade
bc. Stade. Deutschland als Export-Nation stehe ein unsicheres Jahr bevor, prophezeite Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, am Mittwoch in seinem Festvortrag beim Neujahrsempfang der IHK Stade im Stadeum, zum dem rund 800 Unternehmer, Politiker und weitere Gäste gekommen waren. Jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hänge vom Export ab.
Schweitzer: „Es gibt drei weltpolitische Unsicherheitsfaktoren, die uns mit Sorge umtreiben sollten. Wenn uns diese Risiken nicht treffen, kann es ein gutes Jahr werden.“ Ein moderates Wachstum von etwa 1,2 Prozent sei immer noch vernünftig.
Zum einen müsse aber die Entwicklung der USA als Deutschlands Exportpartner Nummer eins genau beobachtet werden. Firmen wie VW, die in Mexiko produzieren, wären erheblich von Strafzöllen betroffen, wie sie Neu-Präsident Donald Trump angekündigt habe. „Das würde die gesamte Zulieferindustrie in Deutschland ebenso treffen“, betonte Schweitzer.
Ferner sorge der angekündigte „harte Brexit“ für große Unsicherheit an den Märkten, vor allem was Investitionsentscheidungen von Unternehmen angehen. Schweitzer: „Unsere Konjunkturprognose geht von einem Rückgang der Ausfuhren nach Großbritannien von fünf Prozent aus.“
Das dritte Risiko gehe von China aus, mit einem Volumen von rund 70 Milliarden Euro der fünftgrößte Exportpartner Deutschlands. Schweitzer sprach den Joint-Venture-Zwang für Autobauer und den eingeschränkten Zugang zu Ausschreibungen an. Das größte weltwirtschaftliche Wachstum komme in den nächsten zehn Jahren aus Südostasien, so der DIHK-Präsident.
Thomas Windgassen, Präsident der IHK Stade, sprach in seiner Rede wichtige Infrastrukturprojekte an, wie die A26, die auf „Kurs Richtung Hamburg“ sei und aller Voraussicht nach 2023 an die A7 angeschlossen werde. Ebenso bedeutend sei auch die A20 mit dem geplanten Elbtunnel bei Drochtersen. Windgassen: „Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum niedersächsischen Planfeststellungsbeschluss des Tunnels sind wir der Realisierung der A20 einen großen Schritt näher gekommen.“
Windgassen wies zudem auf die schwierige Suche nach Fachkräften hin. Ein Drittel der Betriebe habe Probleme bei der Stellenbesetzung. Was läge da näher, als die Fachkräfte selbst
auszubilden. Die gute Nachricht: 2016 seien 2.334 Ausbildungsverträge im Elbe-Weser-Raum neu abgeschlossen worden. Im Vergleich zum Vorjahr sei das eine Steigerung um 5,3 Prozent. Positiv blickte Windgassen ebenfalls der von mehreren Kammern geplanten Gründung der „Initiative pro Metropolregion Hamburg“ (IMH) entgegen, deren Ziel es ist, die Wirtschaft stärker in die Strukturen der Metropolregion einzugliedern.
Windgassen erwähnte darüber hinaus die vom Bund forcierte Deckelung der Windenergie, die kritisch für die Region zu sehen sei. Sie entschärfe zwar den Druck auf den Netzausbau, sie gefährde aber auch Planungen und Investitionen. „Investoren können keine Windparks mehr errichten oder müssen ihre Projekte beschneiden.“
• Zum Ausbildungsbetrieb des Jahres ist die „Voco GmbH“ aus Cuxhaven gekürt worden.