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Textilriesen H&M und C&A ziehen bei Gemeinschaftsaktionen der Gewerbevereine nicht mit

Die Textilriesen H&M und C&A schließen sich bei Gemeinschaftsaktionen von Gewerbevereinen fast immer aus
 
Es geht auch anders: Dennis Meybauer, dm-Filialchef ist Mitglied im Buxtehuder Altstadtverein

tk. Buxtehude. Sie sind groß und mächtig und sie verweigern häufig ihre Mitarbeit wenn es darum geht, Innenstädte mit der gesamten Einzelhandelsgemeinschaft aufzuwerten. Die Textilgiganten H&M sowie C&A zahlen häufig keinen Cent für Aktionen wie zum Beispiel Weihnachtsbeleuchtung. An verkaufsoffenen Sonntagen öffnen sie zwar ihre Türen und machen Kasse, beteiligen sich aber an keiner Gemeinschaftsaktion. Darüber ärgert sich der Altstadtverein Buxtehude immer wieder.

Nicht nur ein Problem in der Estestadt: Auch in Stade und Buchholz ist der schwedische Konzern H&M vor Ort, aber niemals dabei, wenn es um gemeinsame Aktionen geht. Ein Insider berichtet, dass die jeweiligen Filialleiter für Gewerbevereine austauschbare, anonyme Personen seien. Und selbst dort, wo in Einkaufszentren eigentlich strenge Vorschriften für die Beteiligung an Werbeaktionen vorgeschrieben sind, darf sich der Gigant ein Extrawürstchen braten.
Dieser Sonderstatus treibt absonderliche Blüten: Nicht einmal eine Bude während des dreitägigen Buxtehuder Weihnachtsmarktes durfte vor der Fassade der beiden Filialisten in der Fußgängerzone stehen. "Egal was wir planen, alles wird abgebügelt", sagt ein Vorstandsmitglied des Altstadtvereins. Bei H&M reiche das soweit, dass Anfragen in Stockholm, dem Sitz der Konzernzentrale, gestellt werden müssen.
Was die Mitglieder der Buxtehuder Kaufmannschaft, meist selbst Einzelhändler, erst richtig auf die Palme bringt: Arroganz. "Sie können froh sein, dass wir überhaupt da sind" ist eine Antwort, die mehr als einmal gefallen sei, wenn es darum gehe, sich an Aktionen zu beteiligen. Dabei, so ein Vorstandsmitglied, profitieren auch diese Großen von dem, was Gewerbevereine über Jahre geschaffen haben. "Die machen schließlich nicht die Wüste urbar."
Um den Giganten ein wenig Paroli zu bieten, wird in Buxtehude über eine strengere Auslegung der Sondernutzungsverordnung nachgedacht. Denn: Die Straßen vor den Geschäften gehören der Stadt. Auch H&M sowie C&A müssen das Aufstellen von Klamottenständern oder Werbe-Aufstellern mit einer Sondernutzungsgenehmigung absegnen lassen. Und in der Erlaubnis steht, dass deren Rechte bei städtischen Veranstaltungen und Events im Sinne der Stadt zurückstehen müssen. Im Klartext: Eine Bude vor der Mauer muss geduldet werden, denn ein Markt oder Altstadtfest ist im Interesse der Kommune.
Und was sagen die beiden Textilriesen? "Wir begrüßen ausdrücklich Initiativen der Kaufleute", sagt eine H&M-Sprecherin. Als weltweites Unternehmen mit 400 Geschäften in Deutschland könne H&M nicht an allen lokalen Initiativen und Marketingaktionen teilnehmen. Das geschehe nur in seltenen Ausnahmefällen.
C&A-Sprecher Thorsten Rolfes argumentiert ähnlich. Er könne den Unmut der Gewerbevereine zwar verstehen, doch bei 500 Filialen werde Werbung und Marketing - laut Rolfes jährlich ein zweistelliger Millionenbetrag - zentral koordiniert. Der Sprecher betont, dass C&A ein starker Frequenzbringer sei, aber eine Aussage wie "Sie können froh sein, dass wir hier sind" entspreche nicht der Unternehmenskultur.
Es geht auch ganz anders: Die Drogeriekette "dm" ist ein großer Filialist und schließt sich in Buxtehude nicht aus. "dm" ist Mitglied im Altstadtverein. "Wenn man in einer Stadt Fuß fassen will, ist es doch logisch in einem Gewerbeverein mitzumachen", sagt dm-Filialleiter Dennis Meybauer. "Engagement vor Ort gehört für uns dazu." Das bringe handfeste Vorteile: Etwa schnelle Infos über Aktionen und Programme bei verkaufsoffenen Sonntagen. "Schade, wenn andere nicht mitziehen", sagt Meybauer.

Übrigens: Fairplay, Respekt und Integrität werden bei H&M unter der Überschrift "ethisches Verhalten" groß geschrieben. Das gilt offenbar weltweit - aber nicht in mittelgroßen Städten wie Buxtehude, Stade und Buchholz.