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Vom Büro auf die Baustelle

Garri Elzer schloss die Ausbildung zum Maurer-Gesellen als Jahrgangsbester ab
bc. Stade/Himmelpforten. Dass er mit Anfang 40 täglich auf dem Bau steht und schwere Steine schleppt, hätte Garri Elzer aus Himmelpforten vor zehn Jahren nicht gedacht. Als studierter Bautechniker war mehr das saubere Büro sein berufliches Zuhause als die staubige Baustelle. Jetzt arbeitet Garri Elzer bei der Sta­der Baufirma „Lindemann“ und schloss kürzlich seine Gesellenprüfung zum Maurer ab. Als Jahrgangsbester. Wie es dazu kam:
2012 traf der gebürtige Este eine Entscheidung fürs Leben. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem siebenjährigen Sohn zog er aus der estnischen Hauptstadt Talinn ins beschauliche Himmelpforten, gab seinen Job als selbstständiger Bautechniker auf und fing ganz von vorne an. Das Problem: Seine Hochschul-Ausbildung wurde in Deutschland nicht anerkannt. Zweites Handicap: Garri Elzer sprach kein Wort Deutsch.
Obwohl ihn keine großen Sorgen in Estland plagten, schon gar keine finanziellen Nöte, entschied er sich für die ungewisse Zukunft. „Ich habe deutsche Wurzeln. Mein Vater lebte bereits in Himmelpforten. Ich wollte, dass mein Sohn die Möglichkeit bekommt, in Deutschland aufzuwachsen“, erläutert er seine Gründe.
Mittlerweile spricht Garri Elzer sehr passabel deutsch. „Nicht so gut wie meine Frau und mein Sohn, aber es geht ganz gut. Ich habe viel Hilfe erfahren, konnte Sprachkurse in der Volkshochschule belegen.“ Im September 2014 fing er dann zunächst als Bauhelfer bei „Lindemann“ an. Nach einem Jahr begann er die Ausbildung, die eigentlich eine Umschulung war, damit der Familienvater nicht auf das Gehalt eines Auszubildenden zurückfällt. Nach einer kleinen Pause möchte Garri Elzer nun auch den Meistertitel anstreben.
Einen ausführlichen Bericht über die Freisprechung der Handwerksgesellen lesen Sie in einer der kommenden WOCHENBLATT-Ausgaben.