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Weltpremiere: Bus-Stopp wie ein Raumschiff

Sehen futuristisch aus: Die Bus-Stopps im CFK-Valley (Foto: CFK Valley)
bc. Stade. Es sind vielleicht nicht die praktikabelsten Bus-Stopps dieses Erdballs, vor allem wenn einem der Regen horizontal ins Gesicht peitscht, aber die zwei neuen Haltestellen im CFK-Valley in Stade sind dafür weltweit einzigartig. Die futuristisch anmutenden Unterstände sehen ein bisschen aus wie Raumschiffe bei Startreck. Das Besondere an ihnen: Sie sind aus Sichtcarbon. Am Montag wird in Stade die Weltpremiere mit hochrangigen Gästen aus Wirtschaft und Politik gefeiert.
Seit mehr als zehn Jahren gibt der carbonfaserverstärkte Kunststoff, kurz CFK genannt, der Hansestadt Stade international ein Profil als Industriestandort. Im Jahr 2004 haben sieben Unternehmen das „CFK Valley“ vor den Toren des Airbus-Werks in Stade-Ottenbeck gegründet. CFK wird insbesondere seit vielen Jahren im Flugzeugbau angewendet, hat mittlerweile aber auch in vielen anderen Branchen Einzug gehalten. Auch im Bauwesen.
Die neuen Bus-Stopps mit ihrem zugegebenermaßen eher geringem Nutzwert sind daher vielmehr als Symbol zu verstehen. „Sie sind ein Zeichen, ein Demonstrator dafür, wie vielfältig CFK im Bauwesen einsetzbar ist“, sagt Thomas Friedrichs aus dem Vorstand des „CFK Valley“ Vereins.
Die Haltestellen wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten hergestellt und sind ein Geschenk des Architekten Amer Affan („AFFAN Innovative Structures“). Bei einem Besuch einer CFK Convention im Jahr 2011 in Stade hat der Unternehmer erkannt, was alles mit CFK machbar ist.
Für die Gestaltung der Bus-Stopps zeigten sich die Hamburger Architekten Julia-Elise Hoins und Arnd-Benedikt Willert-Klasing verantwortlich, ergänzt um den Prüfingenieur für Bautechnik Dr.-Ing. Christian Böttcher (Hamburg) und Prof. Dr.-Ing. Henning Hoins (Stade). Für die Fundamente sorgte die ortsansässige Lindemann Gruppe, zahlreiche Sponsoren sind zudem an der Errichtung der Bus-Stopps beteiligt.
Denn der Werkstoff ist nicht nur ultraleicht und mächtig stabil, die Herstellung ist auch teuer. Und trotzdem schätzen immer mehr Architekten CFK für seine Eigenschaften und Gestaltungsmöglichkeiten. Er ermöglicht Konstruktionen, die mit herkömmlichen Werkstoffen wie Stahl oder Beton nicht umsetzbar wären. Eindrucksvolle Beispiele wurden insbesondere im Nahen Osten realisiert.
So ist er z.B. als Fassadenverkleidung und Dachmaterial einsetzbar. Stichwort Wolkenkratzer: Gerade im arabischen Raum sind Architekten bei sandigen, instabilen Böden auf leichte Baumaterialien angewiesen. CFK wiegt 30 Prozent weniger als Aluminium, bietet aber eine höhere Festigkeit.