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Zoff auf dem Markt: "Das Imperium hat zurückgeschlagen"

Viele Kunden lieben den gemütlichen Wochenmarkt auf dem Schafmarktplatz in Altkloster (Foto: oh)
bc. Buxtehude. Angespannte Atmosphäre auf dem Wochenmarkt in Buxtehude-Altkloster: Nach der Kritik eines Händlers im WOCHENBLATT an Stadt und Marktmeister begann der Ärger mit dem neuen Jahr erst richtig. Plötzlich rückten Kreisveterinäramt und Ordnungsamt an. Die Folge: Marktbeschicker müssen jetzt mehr blechen. Böse Zungen könnten behaupten: "Das Imperium schlägt zurück." Die Stadt weist jeglichen Zusammenhang ins Reich der Fabeln.

Was war passiert? Wilfried Wilkens kritisierte das städtische Ordnungsamt und Marktmeister Walter Tibke. An Silvester durften er und seine Kollegen ihre Stände nicht auf dem Schafmarktplatz aufbauen. Der Markt fiel aus, Einnahmen gingen flöten. Mehrere Händler waren nicht einverstanden mit der Absage.

Am ersten Samstag des neuen Jahres stand die Kritik im WOCHENBLATT, am darauffolgenden Dienstag ließ die Stadt jeden Stand neu vermessen. Wilkens zahlt nach eigenen Angaben statt 25 Euro für zwei Märkte in der Woche jetzt 68 Euro - ein Aufschlag von fast 200 Prozent. Eine Beschickerin aus Drochtersen muss ihren Verkaufswagen auf Druck des Veterinäramtes für viel Geld nachrüsten.

Maßnahmen, die es dem ohnehin schwächelnden Markt für die Zukunft nicht einfacher machen dürften. Das Thema ist mittlerweile in der Buxtehuder Politik angekommen. FDP-Ratsherr Rudolf Fischer hakte im Inneren Ausschuss nach.

Ralf Dessel, Fachbereichsleiter bei der Stadt Buxtehude, erklärt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass es "purer Zufall" sei, dass die Verwaltung unmittelbar nach der Veröffentlichung mit den Vermessungen begonnen habe: "Das ist keinesfalls eine Reaktion auf die Kritik. Wir hatten schon vor einem halben Jahr geplant, die Standgebühren anzupassen." Die Marktsatzung der Stadt sei lange großzügig zugunsten der Händler auf dem Schafmarktplatz ausgelegt worden, um den Markt in Schwung zu bringen, so Dessel. Ziel der jetzigen Aktion sei es gewesen, die Gebühren für die Händler auf dem Schafmarktplatz an die Preise für die Wochenmarkt-Beschicker in der Innenstadt anzugleichen.

Die Kontrolle des Kreisveterinäramtes sei ein turnusmäßiger Vorgang. Dessel: "Der Landkreis lässt sich mit Sicherheit nicht vor den Karren der Stadt spannen."

Bleibt zu hoffen, dass der gemütliche Wochenmarkt auf dem Schafmarktplatz eine Zukunft hat. Die vielen Kunden würde es freuen.