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Abitur mit 1,0! "Neider gab es nicht!"

ig. Drochtersen. Natürlich habe sie vorher gerechnet. Das macht jeder. Außer diejenigen, die Mathe derart verabscheuen, dass sie keine Sekunde ihrer Freizeit mit Zahlenspielen vergeuden wollten. Die fragen dann eben jemanden. Jemanden wie Laura Duzzi. Die 16-Jährige rechnet nämlich gern. Die Dornbuscherin schrieb in der vergangenen Woche ein Stück Kehdinger „Schul-Geschichte“. Die Gymnasiastin der KGS Drochtersen absolvierte ihr Abi mit einem Noten-Durchschnitt von 1,0. Immer noch eine Seltenheit. Vor allem in dem Alter. Laura hat eine Klasse übersprungen.
Der Wahnsinn sei das, sagt die Schülerin. Gerechnet habe sie mit 1,3. Aber umso größer sei ihre Freude jetzt - und blickt dabei in die Augen ihres Freundes Tom Schütt, der mit der Durchschnittsnote von 1,6 zum besten Schüler avancierte. Die beiden Top-Pennäler sind seit zwei Jahren zusammen, verbringen viel Freizeit miteinander. Und wollen den „Schritt ins Leben “, wie sie sagen, nach der KGS-Zeit auch gemeinsam gehen. Beide streben ein Studium In Hannover an, wollen sich einer Wohngemeinschaft anschließen. Laura will aber zuvor ein Freiwilliges Jahr absolvieren. „Das muss aber etwas mit Wissenschaft sein.“ Die Abiturientin will Mathematik und Physik studieren, später dann im Forschungsbereich tätig werden – wie ihr Freund Tim.
Laura Duzzi liest in ihrer Freizeit gern, bevorzugt Bücher von Stephen King. Seine „Horror-Romane“ faszinieren sie. Seine Mischung aus Horror, Spannung und Psycho spreche sie einfach an. Und außerdem habe ihr Vater fast alle Ausgaben parat. Den Ausgleich zur Schule findet sie beim TC Drochtersen beim Tennispielen. Für ihre außerordentliche Leistung hat Laura eine einfache Erklärung: „Ehrgeiz, Lernzettel und Kaffee haben bei mir gut funktioniert.“ Mit Tom habe sie fleißig Physik gelernt. „Aber meistens haben wir uns gegenseitig über WhatsApp Dinge erklärt.“ Bei einem Lehrer möchte sich die Schülerin besonders bedanken: Mathe-Lehrer Heiko Taube habe ihr viel geholfen, sie zu Wettbewerben und Stipendiaten gemeldet.
Gab es Neider in der Klasse? „Überhaupt nicht“, antwortet die Schülerin. „Ganz im Gegenteil.“ Als sie auf der Entlassungsfeier aufgerufen wurde und Schulleiter Holger Wartner das Ergebnis bekannt gab, habe es donnernden Applaus von ihrer Klasse gegeben. Kehrt sie nach dem Studium in die heimische Region zurück? „Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich möchte in der Stadt bleiben.“