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Abschied aus der Reithalle

Heute hat Myriam Noder das Schreiben als neues Hobby für sich entdeckt (Foto: Silke Umland)
Am liebsten befahl Myriam Noder ihren Schülern: „Möpse in die Mitte!"

sum. Krautsand. Viele Schüler haben bei Myriam Noder (53) gelernt, auf dem Rücken eines Pferdes eine gute Figur zu machen. Doch nach 20 Jahren hat die Reitlehrerin diese Tätigkeit nun aufgegeben, um sich anderen Aufgaben zu widmen.

„Von dem Pferdevirus bin ich seit meinem vierten Lebensjahr befallen“, erzählt die in Düsseldorf geborene und aufgewachsene Frohnatur. Mit Mitte 20 lernte Myriam Noder ihren Ehemann Ulli kennen, heiratete ihn 1993 und zog mit Mann und Pferd knapp vier Jahre später auf die Elbinsel Krautsand: „Ich konnte meinen Mann nicht davon überzeugen, mit mir in Düsseldorf zu bleiben“. Also kaufte sich das Paar ein großes Haus auf der Elbinsel.

Die Hausfrau ging ihrer Reitleidenschaft weiter nach und wurde Mitglied im Reitverein Südkehdingen. „Eigentlich suchte ich nur eine Reitbeteiligung für mein Pferd“, beschreibt die lebenslustige Frau den Beginn ihrer Trainerkarriere, „ich habe der jungen Reiterin damals einige Tipps gegeben, wie sie besser mit dem Pferd umgehen kann.“ Nach und nach fragten immer mehr Reiterneulinge an, ob Myriam Noder ihnen Unterricht erteilen könnte. „Dabei hatte ich nicht mal eine Trainer-Ausbildung“, gibt die Pferdenärrin zu. Einer ihrer liebsten Sprüche zur richtigen Sitzhaltung auf dem Pferderücken lautete: „Möpse in die Mitte“. „Von einer Schülerin erhielt ich einmal die Antwort: Ich habe keine Möpse, ich habe nur Dackel,“ erinnert sich Myriam Noder lachend.

Die Trainerin unterrichtete mit viel Leidenschaft und ist heute noch stolz auf jeden Schüler, der bei ihr das richtige Reiten erlernt hat. „Myriam hat eine sehr direkte, ehrliche und fröhliche Art, mit der sie aber manchmal auch anderen auf die Füße trat“, erzählt Vereins-Pressesprecherin und Freundin Angela Boehlke und ergänzt: „Myriam ist ein echter Kumpel, auf den man sich absolut verlassen kann.“ Der Verein hätte die Pferdeliebhaberin gerne noch weiter als Trainerin in ihrem Reitstall gesehen. Doch für die 53-Jährige war schon länger klar: „Spätestens mit 50 hörst du damit auf.“ Das klappte zwar nicht ganz, doch in diesem Jahr verabschiedete sich Myriam Noder in den „Trainer-Ruhestand“.

Langeweile wird bei der Krautsanderin dennoch nicht aufkommen. Wenn die Hobbyköchin nicht gerade in ihrem Kräutergarten herumwerkelt oder Marmeladen und Pestos aus dem eigenen Obst und Gemüse zaubert, sitzt sie an ihrem Laptop und schreibt. Das ist nämlich eine weitere Leidenschaft, die Myriam Noder vor einiger Zeit für sich entdeckte: „Beim Schreiben lasse ich meiner Fantasie freien Lauf und tauche in eine andere Welt ab.“