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Auf dem Bau da geht noch was

Ist die Mauer gerade? Alexander Stang prüft die Steinwand mit der Wasserwaage

Dank Meistertitel ist alles im Lot: Alexander Stang (35) macht Karriere als Maurer

tp. Drochtersen. Für seine Karriere setzte Alexander Stang (35) aus Drochtersen buchstäblich Stein auf Stein. Dank frisch absolvierter Prüfung zum Maurermeister ist beruflich jetzt alles im Lot. Der Handwerksprofi bricht eine Lanze für den eher unpopulären Beruf: "Auf dem Bau da geht noch was."

Mit neun Jahren kam der gebürtige Kasache nach Deutschland, machte an der Elbmarschenschule in Drochtersen den erweiterten Hauptschulabschluss. "Danach wollte ich Bauzeichner werden", sagt Stang. Doch wegen damaliger sprachlicher Hürden fand er in diesem Beruf keine Lehrstelle. "Also wurde ich Maurer."

Damals wie heute melden Betriebe in diesem körperlich anstrengenden Beruf viele freie Ausbildungsplätze. Alexander Stang hat die Entscheidung nicht bereut: "Der Job hat viele Vorzüge. Und man muss viel mehr können, als nur im Akkord Mauern hochziehen."

In Zeiten des Energiebewusstseins lerne man viel über moderne Dämmtechnik, die gerade im nasskalten Klima Norddeutschlands das A und O des Hausbaus ist. "Und im Frühling bei der Arbeit im Freien die ersten Sonnenstrahlen genießen - was gibt es Schöneres?", schwärmt Stang.

Schon während seiner Zeit als Geselle übertrug ihm sein Chef Verantwortung für Baustellen, auf denen Stang als Polier und Bauleiter Regie führte. Mit Stolz verweist der Vollblut-Handwerker auf zahlreiche Einfamilienhäuser im Landkreis Stade, in die individuelle Ideen der Bauherren einflossen, und auf größere Bauprojekte, an denen er mitwirkte: ein modernes Mehrfamilienhaus in der Wohnstätte in Stade-Hahle oder ein Anbau an das Seniorenheim der Jung-Stiftung.

Vom Juniorchef kam dann die Frage: "Willst du deinen Meister machen?" Stang ging nochmal dreieinhalb Jahre zur Abendschule, paukte Statik, Mathematik, Bauphysik, Baustoffkunde. Am Ende die erfolgreiche Prüfung in Theorie und Praxis. Das Meisterstück war ein sogenannter Korb, eine aufwändige Stahlbetonkonstruktion.

Auch privat kommen ihm seine Fachkenntnisse zugute: Für seine Familie baute der ehrgeizige Handwerker im Neubaugebiet in Drochtersen einen schmucken Bungalow, sein Vater, von Beruf Bauhelfer, und sein Bruder, ebenfalls Maurer, packten mit an.

"Die vergangenen Jahre war ganz schön hart, aber der Einsatz hat sich gelohnt", resümiert der Meister, der sich jetzt wieder mehr Entspannungsphasen gönnt: Ab und zu fährt er mit einem Arbeitskollegen nach Feierabend mit dem Boot auf die Elbe hinaus zum Angeln.