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Auf Umwegen in die Kirche

In Drochtersen fühlt sich Pastor Sascha Hintzpeter wohl (Foto: sum)

Sascha Hintzpeter ist der neue Pastor in Drochtersen


sum. Drochtersen. Nachdem Klaus-Joachim Bachhofer die Kirchengemeinde im Mai verließ, hat Drochtersen mit Sascha Hintzpeter (31) seit Oktober einen neuen Pastor.

„Eigentlich bin ich auf Umwegen zur Kirche gekommen“, beschreibt Hintzpeter seinen beruflichen Werdegang. Religion war auf dem Gymnasium sein Lieblingsfach. „Ich hatte einen guten Lehrer“, erinnert sich der in Bad Pyrmont aufgewachsene Vater von zwei Söhnen (2 Jahre und 5 Monate) und ergänzt mit einem Schmunzeln: „Als dieser unsere Klasse abgeben wollte, haben wir ihm angedroht, alle das Fach Werte und Normen zu belegen.“ Nach dem Abitur zog es den jungen Mann zunächst ins Ausland. Ein Jahr lang arbeitete er in einem Kinderheim in Israel.

Danach begann er 2005 zunächst ein Jurastudium, das er aber nach zwei Semestern aufgab: „Das was ich suchte, fand ich dort nicht.“ Sascha Hintzpeter erinnerte sich an sein Lieblingsfach und seine religiösen Erfahrungen in Israel und beschloss schließlich, in Leipzig Theologie zu studieren. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut.

Nach dem erfolgreichen Abschluss zog er mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Diana nach Wolfsburg, wo er mit dem Vikariat die zweijährige praktische Ausbildung zum Pastor absolvierte. Dann ging es an die Bewerbung um eine freie Stelle. „Da meine Frau und ich beide das Wasser lieben und ich in meiner Freizeit gern segle, habe ich als Wunsch das Elbe-Weser-Dreieck angegeben“, berichtet Sascha Hintzpeter. Im Mai wurde ihm dann in einem Vier-Augen-Gespräch erklärt, dass sein Wunsch in Erfüllung gehe und er die Stelle von Klaus-Joachim Bachhofer übernehmen dürfe, der in Drochtersen fünf Jahre lang als Pastor tätig war und nun im Landkreis Diepholz lebt und arbeitet.

Im Mai zog die Familie also in das noch neue und moderne Pfarrhaus und lebte sich schon gut ein. Jeden Morgen bringt der Papa seinen zweijährigen Sohn in den örtlichen Kindergarten. Ehefrau Diana arbeitet als Englischlehrerin in der Elbmarschenschule. Im Oktober startete auch Sascha Hintzpeter seinen Dienst und hatte seinen ersten großen Auftritt in der Kirche. „Das war ein ganz besonderes Ereignis“, erklärt der Kirchliche mit strahlenden Augen.

Sein größter Wunsch ist es natürlich, seine „Schäfchen“ in die Kirche zu locken. „Ich predige sehr gern“, gibt der gute gelaunte Familienvater zu, will aber die alten Texte der Bibel mit aktuellen Themen verknüpfen. "Hierzu werde ich bestimmt auch auf die Zeitung zurückgreifen", erklärt er und lächelt verschmitzt. Drei Jahre dauert die Probezeit des neuen Pastoren, spätestens dann muss sich Sascha Hintzpeter entscheiden, ob er in Drochtersen bleiben will. Doch so wie es zur Zeit aussieht, wird ihm die Entscheidung nicht schwerfallen: „Ich freue mich, diese Stelle angenommen zu haben.“