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Blumenhändler aus Assel möchte Nachbarn nach Überfall warnen

am. Assel. Jan Wehrmann ist sehr vorsichtig geworden. Obwohl er ständig durch die vielen Türen laufen muss, die seine Geschäftsräume mit dem Hof und mit seinem Haus verbinden, schließt er jetzt jede Einzelne ab. "Ich fühle mich überhaupt nicht mehr sicher", sagt der Inhaber eines Blumenladens in Assel. Denn vor knapp zwei Wochen wurde er Opfer eines Raubüberfalls, bei dem mehrere Männer in sein Geschäft und sein Haus eindrangen und 1.600 Euro entwendeten.
Das Geld ist aber nicht das, was ihn am meisten schmerzt. Er ist erschüttert über die Dreistigkeit, mit der die Männer vorgegangen sind. "Ich möchte meine Nachbarn und Kollegen warnen", sagt der Geschäftsinhaber. "Meine Mitarbeiterin hat bis heute Angst."
Während zwei Männer mit ausländischem Aussehen seine Mitarbeiterin aus dem Laden lockten, um im Hof ein Käufergespräch vorzutäuschen, schlich ein dritter Mann durch die Verkaufsräume in das direkt angeschlossene Wohnhaus. Im Wohnzimmer lag Wehrmanns sterbenskranke Frau. Als der Blumenladenbesitzer rein Zufällig in das Haus tritt, findet er den Eindringling neben seiner Frau stehen und ist entsetzt. "Gott sei Dank hat meine Frau nichts mitbekommen", sagt Wehrmann, dem der Überfall in der eh schon schwierigen Situation doppelt zu schaffen macht.
Dennoch reagiert Wehrmann geistesgegenwärtig und geht auf den Mann zu, schreit ihn an. Wehrmann ist groß und kräftig und lässt sich nicht einschüchtern. Der Räuber flieht in die Geschäftsräume, ist aber noch unverfroren genug, in einen Blumentopf zu urinieren. Vor seinem Blumenladen schafft Wehrmann es, den Flüchtenden festzuhalten. Doch leider kommen dem Räuber seine zwei Komplizen zur Hilfe und alle drei können fliehen.
"Die haben uns beobachtet", ist Wehrmann überzeugt. "Die wussten genau, wann wir Mittagspause machen und wann am wenigsten Kunden da sind." Einem Nachbar sei der Mazda, mit dem die Männer geflohen sind, schon einige Tage vorher aufgefallen.
Die Polizei konnte die Männer identifizieren "Die Täter sind der Polizei namentlich bekannt", so Polizeipressesprecher Rainer Bohmbach. Die drei Männer zwischen 27 und 32 Jahren, kommen aus Hamburg und sind im Landkreis Stade noch nicht auffällig geworden. "Gegen sie wird ermittelt", so der Polizeisprecher.
Jan Wehrmann ist das nicht genug. Er zieht daraus seine Konsequenzen. Er wird jetzt einen Zaun um sein gesamtes Grundstück ziehen.