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Der schreibende Landwirt

In Kehdingen findet Thomas Morgenstern immer wieder neue Ideen für seine Krimis (Foto: sum)
 
Sein neuer Roman ist im September erschienen

Thomas Morgenstern veröffentlicht neuen Kriminalroman / Ideen kommen "von der Straße"


sum. Drochtersen. „Die Feier zur Silberhochzeit des Bauunternehmers Nikolaus Brummer liegt erst wenige Stunden zurück, als er erschlagen zwischen den Pappeln am Elbufer gefunden wird.“ Die Ermittlungen übernimmt Hauptkommissar Paul Schlegel von der Stader Kriminalpolizei - allerdings nur in dem kürzlich von Thomas Morgenstern (63) veröffentlichten Kriminalroman „Elbstrandmord“.

Mit seinem neuen Buch wagt sich der sympathische Landwirt aus Drochtersen auf neues Terrain. Während die ersten Romane des Diplombiologen, wie beispielsweise „Der Milchkontrolleur“ oder „Der Aufhörer“ noch im landwirtschaftlichen Milieu spielen, handelt es sich bei dem im „Elbstrandmord“ getöteten Nikolaus Brummer um einen korrupten Unternehmer, der sich mit dem Bau eines Hotels am Elbufer viele Feinde gemacht hat. Wie in all seinen Geschichten lassen sich auch diesmal gewisse Parallelen zu bekannten Orten und Persönlichkeiten aus Kehdingen ziehen.

„Ich hole mir meine Ideen von der Straße“, erklärt Thomas Morgenstern, der Anfang der achtziger Jahre mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Britta aus Süddeutschland in die Elbmarsch bei Stade zog, um dort nach seinem Biologiestudium einen heruntergekommenen Hof wieder aufzubauen und zu bewirtschaften. Aus finanziellen Gründen arbeitete er damals einige Zeit als Milchkontrolleur in der Gegend und bereut diesen Schritt bis heute nicht. „Wenn man ein Auge für Skurrilität hat, ist dieser Job der Beste, den es gibt“, berichtet der Biobauer und ergänzt mit einem Lächeln: „was die Landwirte morgens um sechs Uhr in der Milchkammer zu berichten haben, bietet Stoff für viele Geschichten.“

Angefangen ist der Krimi-Autor jedoch zunächst mit Kinderbüchern. Als seine drei heute erwachsenen Kinder ins Lesealter kamen, war er nicht besonders gut auf deren damalige Lektüre zu sprechen. „So etwas schreibe ich euch in einer Woche,“ versprach der heute sechsfache Opa seinem Nachwuchs. Schon während seiner Schulzeit liebte er Deutsch und insbesondere das Schreiben von Aufsätzen. Sein Versprechen hielt Thomas Morgenstern und begann, eine Kindergeschichte zu schreiben, und zwar jeden Abend ein Kapitel, das er morgens seinen drei begeisterten Zuhörern vorlas. Nach nur zehn Tagen war sein erstes Kinderbuch „Orangendiebe“ fertig.

Es folgten noch drei weitere Kinderromane, bevor der kreative Schriftsteller sich vor zehn Jahren zum ersten Mal an einen Krimi wagte. Insbesondere in den Wintermonaten nimmt er sich gerne die Zeit zum Schreiben. „Immer wieder werde ich gefragt, wie ich das neben der Arbeit auf dem Hof noch schaffe,“ erzählt Thomas Morgenstern, der den landwirtschaftlichen Betrieb zwar im Sommer an seinen Sohn abgegeben hat, aber immer noch täglich mitarbeitet. Für ihn ist die Schriftstellerei keine Arbeit, sondern ein entspannendes Hobby. Der Krimi-Autor, der schon Ideen für seinen nächsten Roman im Kopf hat, stellt mit einem Schmunzeln klar:„Bevor ich mir das schlechte Fernsehprogramm anschaue, schreibe ich lieber selber eine gute Geschichte."

• Der Roman "Elbstrandmord" (ISBN 978-3-492-30660-7) ist im Buchhandel erhältlich.