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Der Weselmann aus Krautsand sitzt beim Friseur

Klaus Horwege (v.li.), Gerd Bahr, Ernst-August Raap, Manfred Martens, Thomas Seering, Dieter Conath und Udo Zander kümmern sich regelmäßig um "Jan-Dirk"

Rumpf der "Jan-Dirk" wird von Ablagerungen befreit / Förderverein auf der Suche nach Nachwuchs


sum. Krautsand. Am Montag ist die MS „Jan-Dirk“ nach Hamburg-Finkenwerder zu einem „Friseurtermin“ aufgebrochen. Der unter Wasser liegende Rumpf muss von Ablagerungen befreit und neu gestrichen werden.

Vor 16 Jahren hat der Pädagoge und Schiffsliebhaber Ulrich Koch den Urahn der heutigen Containerfeederschiffe vor dem Verschrotten gerettet. Im gleichen Jahr wurde der Förderverein zur Erhaltung des Schiffes gegründet. Zunächst in Wischhafen beheimatet, ist "Jan-Dirk" vor zehn Jahren nach Krautsand in den Ruthenstrom umgezogen. Dort treffen sich regelmäßig alle zwei Wochen sieben aktive Mitglieder, um ihren Weselmann „fit“ zu machen.

Vieles haben sie schon geschafft. So verfügt der große Laderaum mittlerweile über zwei Aufgänge und bietet Platz für 100 feiernde Gäste. „Eine Hochzeit hatten wir schon an Bord“, berichtet Schriftführer Ernst-August Raap stolz. Die gesamte Elektrik an Bord wurde vom gelernten „Strippenzieher“ und ehemaligen Schulleiter der Grundschule in Bützfleth, Gerd Bahr, erneuert. Der frühere Straßenarbeiter Manfred Martens engagiert sich derzeit tatkräftig als Tischler und bringt den Kapitänssalon auf Vordermann. Die Arbeit wird nicht weniger, denn insbesondere der Rumpf weist immer neue durchrostete Bereiche auf, die mit Hilfe des Schweißbrenners geflickt werden müssen. Die nächste große Aufgabe ist der Einbau eines großen Fäkaltankes.

Jetzt aber musste das Küstenmotorschiff erst mal unten herum hübsch gemacht werden. An dem unter Wasser liegenden Rumpf bildeten sich mit den Jahren Ablagerungen durch Muscheln und Algen. „Das sieht ein bisschen aus, als hätte Jan-Dirk Haare“, beschreibt der ehemalige Landwirt Udo Zander schmunzelnd. Da dadurch die Fahrleistung des Schiffes erheblich beeinträchtigt wird, schipperten die Männer diese Woche mit dem Schiff in die Werft nach Hamburg-Finkenwerder, um „Jan-Dirk“ auf den trockenen „Friseurstuhl“ hieven zu lassen. „Dann haben wir wieder eine Aufgabe geschafft“, freuen sich die Männer.

Und während der Weselmann hübsch gemacht wird, begeben sich seine Männer weiter auf die Suche nach Nachwuchs. „Wir brauchen dringend junge Unterstützung“, erklärt Klaus Horwege. Zwar zählt der Förderverein derzeit rund achtzig Mitglieder. Das Durchschnittsalter der wenigen Aktiven liegt aber bei etwa 75 Jahren. Der Vorsitzende appelliert daher an den Nachwuchs: „Jeder der Lust hat, Jan-Dirk auf Trab zu halten, ist an Bord herzlich willkommen.“

• Kontakt: Klaus Horwege, Telefon: 04148 - 5077.