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Die Asseler Gilden halten eine alte Tradition aufrecht

Die Älterleute der beiden Asseler Gilden (Foto: oh)
lt. Assel. Eine alte Tradition hat bis heute im kleinen Ort Assel im Land Kehdingen überlebt und wird noch immer gut gepflegt. Hier gibt es zwei besondere Vereinigungen, die sich vor Jahrhunderten gegründet haben, um unverschuldet in Not geratenen Menschen zu helfen und die Geselligkeit zu pflegen: die Liebfrauenbrüderschaft von 1472 und die Schiffergesellschaft von 1671.
Und obwohl die Menschen heute sozial weit besser abgesichert sind als früher, gilt für die in den beiden Gilden engagierten Bürger noch immer der Leitspruch: "Gott zu Ehr und den unverschul­det in Not geratenen Menschen zum Besten handeln."
Organisiert sind die Gesellschaften, die sich in den 1960er Jahren zusammengetan haben, relativ locker, erklärt der Vorsitzende Wilfried Hinrichs. Im Gegensatz zu Vereinen, gibt es keine Mitgliedsbeiträge und keine genaue Buchführung über die Mitglieder. Es gibt lediglich eine Liste, in der sich Bürger eingetragen haben. Diese kommen damit früher oder später in den Genuss, den jährlichen "Tonnenball" auszurichten.
Außerdem gibt es einige "Älterleute", die sich am besten mit den Gepflogenheiten der Gilden auskennen und u.a. die beim Tonnenball gesammelten Einnahmen an rund 25 bis 30 Haushalte in der Kirchengemeinde Assel verteilen.
Die beiden Gilden hatten in der Vergangenheit noch weitere Aufgaben. So lag das Beerdigungswesen jahrhundertelang in den Händen der beiden Gesellschaften. Den Armen konnte dadurch ein würdiges, christliches Begräbnis ermöglicht werden.
Das Prinzip der Nachbarschaftshilfe hatte sich insbesondere die Brandgilde, als Untergliederung der Liebfrauenbrüderschaft, auf die Fahnen geschrieben. Sie setzte damit eine Tradition fort, die schon vor 1671 bei der Schiffergesellschaft bestand.
Jeder Bürger konnte sich so mit Haus und Hof gegen Feuersnot und den damit verbundenen plötzlichen Ruin versichern. Die Satzungen von 1640 und spätere Eintragungen belegen, das diese nach dem Gesetz der Gegenseitigkeit funktionierte und jeder dem anderen zu helfen hatte.
So hatte auch jedes Mitglied Feuerhaken, Leitern, Eimer, Feuerpatschen, usw. bereitzuhalten. Wer diese Dinge bei der jährli­chen Kontrolle nicht in Ordnung hatte, wurde mit Strafgeldern belegt, die wiederum den Geschädigten zugute kamen.
www.asseler-gilden.de