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Diese Frauen spinnen regelmäßig

Die Spinngruppe Hüll kommt schon seit 25 Jahren regelmäßig zusammen, um Schaffelle zu Strickwolle zu verarbeiten.
Drochtersen: Heimathof |

Kratzen und Kämmen gehört zu ihrem Handwerk / Handarbeitsgruppe aus Hüll feiert Jubiläum

sum. Hüll. Stricken ist wieder in Mode und Wolle dazu gibt es in vielen Variationen. Mit welcher Mühe man das Material "zu Omas Zeiten" herstellte, wissen die Mitglieder der Spinngruppe Hüll. In dem kleinen Dorf in Kehdingen gibt es seit 25 Jahren diese Gruppe von Frauen, die buchstäblich spinnen. "Bei den Treffen spinnen wir Wolle und reden manchmal auch dummes Zeug,“ sagt Mitgründerin Helga Daß mit einem Schmunzeln.

Die Hobby-Schäfer in der Region sind froh, wenn ihnen die Spinn-Frauen die Wolle abnehmen. Bevor jedoch die Pullover der Schafe ihren Weg an die Füße der Leute finden, hat die Spinngruppe noch einiges zu tun. Dabei ist der Geruch, der im Gruppenraum herrscht, nichts für feine Nasen. „Wir benutzen die schmutzige Wolle,“ erklärt Helga Daß den tierischen Geruch. Das Fell wird vor dem Spinnen nicht gewaschen, sondern nur mit einem Kratzer vom groben Schmutz befreit und gekämmt. Danach drehen die Frauen mit den uralten Spinnrädern das Schafhaar zu einem Faden. Doch erst, wenn man drei dieser Fäden zusammenzwirbelt, eignen sie sich zum Stricken.

Nach ihrem ersten Bad erhält die Wolle durch Naturmaterialien wie Walnüsse, Brennnesseln oder Baumrinde ein neues farbliches Outfit. Und wenn die Spinnerinnen dann mit den Stricknadeln um die Wette klappern, entstehen die Socken, die besonders im Winter heiß begehrt sind.

Wer sich die Spinnrad-Arbeit ansehen möchte, besucht am Samstag, 5. Juli, ab 14 Uhr das niedersächsische Spinntreffen auf dem Heimathof Hüll, Niederhüll 23, in Drochtersen. Dort zeigen Spinngruppen aus ganz Niedersachsen ihr Können. Es gibt Butterkuchen aus dem Steinbackofen. Für Unterhaltung sorgen die "Hüller Ohrwürmer" und die Tanzgruppe Hüll.