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Drochtersen hat Vorbildfunktion

Projekt "Zweifach helfen" ist ein Erfolgsmodell / Viel Lob für Engagement vom Landessuperintendet


ig. Drochtersen. Seit Juli ist der gelernte Landschaftsgärtner Ismet Plangay (47) aus Albanien bei der Drochterser Kirchengemeinde beschäftigt,mäht den Rasen, pflegt die Gräber und hält die Gehwege sauber. Hinrich Knoop, Vorsitzender der Kirchengemeinde Drochtersen und seit 33 Jahren für den Friedhof zuständig, ist voll des Lobes: "Ismet ist fleißig und absolut zuverlässig. Er ist eine Bereicherung."
Möglich macht seine Beschäftigung das Projekt „Zweifach helfen“, das der Landkreis und das Berufsbildungswerk Cadenberge/Stade (BBW) im vergangen April auf den Weg gebracht haben. Mit Hilfe von Beschäftigungen in gemeinnützigen Bereichen soll Flüchtlingen die Möglichkeit gegeben werden, einen strukturierten Tagesablauf zu bekommen, während gleichzeitig auf der gesellschaftlichen Seite Ängste abgebaut und Toleranz gestärkt werden.

„Drochtersen hat dabei Vorbildfunktion“, so Landessuperindent Dr. Hans Christian Brandy, der kürzlich der Gemeinde Drochtersen einen Besuch abstattete, um sich vor Ort über das Projekt und über die Flüchtlingshilfe in der Kommune zu informieren.

110 mögliche Beschäftigungsplätze gib es inzwischen im Landkreis Stade. 50 davon sind inzwischen vergeben. In der Gemeinde Drochtersen gehen allein acht Flüchllinge einer Arbeit nach. Deshalb sei Drochtersen auch so etwas wie eine Mustergemeinde, stellte Helmut Morjan vom Projekt „Zweifach helfen“ heraus. Flüchtlinge können drei Monate nach ihrer Ankunft nach dem Asylbewerberleistungsgesetz von Kommunen oder Institutionen beschäftigt werden. Die Beschäftigung darf nicht länger als 15 Monate laufen, so wollen es die Vorschriften. „Einfach zu kurz“, kritisierte der ehemalige Drochterser Bürgermeister Hans-Wilhelm Bösch, der sich in Sachen Flüchllngshilfe stark engagiert. „Die Menschen wollen schnell Deutsch lernen und arbeiten.“ Die Beschäftigten arbeiten bis zu vier Stunden täglich, erhalten dafür 1,05 Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde.

Bürgermeister Mike Eckhoff berichtete über das Engagement der Gemeinde. Rund 30 Personen arbeiten ehrenamtlich, organisieren mit den Flüchtlingen Ausflüge, Spielenachmittage und Kaffeetafeln. „Das ehrenamtliche Engagement in Drochtersen sei eindrucksvoll und großartig, so Eckhoff. Auch die Deutschkurse würden prima angenommen. In Drochtersen leben inzwischen 106 Flüchtlinge, darunter viele syrische Familien mit Kindern. „Die Suche nach Wohnraum verläuft ohne Probleme“, so Bösch. In Vorbereitung sei aktuell eine gemeinsame Weihnachtsfeier.
Die Landeskirche Hannover gibt noch in diesem Jahr vier Millionen für Flüchlingshilfe aus. "Die Mittel fließen in die Begleitung, Beratung, Sprachkurse und Seelsorge“, so Brandy. „Im kommenden Jahr wird es weitere Mittel geben“, betonte Sonja Domröse, Sprecherin des Stader Sprengels. Die Beratungen in der Synode stehen demnächst an.