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Gift auf dem Deich

An mehren Bänken ist der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln deutlich erkennba

Unbekannte vernichten Gras auf dem Schutzwall in Südkehdingen

sum. Südkedingen. Deichgraf Jens Oltmann ist schockiert. Auf „seinem“ Deich in Südkehdingen verwendeten Unbekannte verbotenerweise Unkrautvernichtungsmittel, um das Gras im Bereich zahlreicher Deichbänke auszumerzen.

Von Wischhafen bis zum Schwingesperrwerk gehört der Elbdeich in den Zuständigkeitsbereich von Deichgraf Jens Oltmann aus Krautsand. Vor Kurzem fand eine von zwei Deichschauen im Jahr statt, bei der mögliche Probleme festgestellt werden können, die noch vor Beginn der Sturmflutzeit zu beheben sind, damit die Deichsicherheit gegeben ist. „Wir mussten mit Schrecken feststellen, dass jemand an rund einem Dutzend Bänke unbefugt das Gras mit Gift bespritzt hat“, erklärt Oltmann. Besonders weitläufig wurde das Unkrautvernichtungsmittel im Bereich der vier Bänke am Ruthenstrom eingesetzt. Doch auch bei einer Deichtreppe in Bützfleth und vor der auf dem Deich stehenden berühmten Kötz-Knollennase ist die abgestorbene Grasnarbe deutlich sichtbar.

„Die Verwendung von Unkrautvernichtungsmittel ist grundsätzlich nicht erlaubt“, erklärt der Deichgraf, „und auf dem Deich schon gar nicht.“ Zwar müssen auf dem Schutzwall bei Bedarf Pflanzen, wie Brennnesseln, Disteln oder Ampfer durch den Einsatz entsprechender Giftmittel beseitigt werden. „Das dürfen aber nur qualifizierte Fachfirmen“, berichtet Jens Oltmann, „und an Unkrautvernichtungsmittel kommt man heutzutage eigentlich nur noch bei Vorlage des Nachweises über eine vorhandene Fachkunde.“

In den Bereichen, wo das Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wurde, bietet der Schutzwall jetzt eine Angriffsfläche für das Wasser. Jens Oltmann hofft daher, dass das Grün schnell nachwächst. Der Hochwasserschutz ist nämlich nur gewährleistet, wenn der Deich über eine geschlossene Grasnarbe verfügt. Außerdem bedeutet der Frevel auch eine Gefahr für die Schafe: „Der Schäfer muss diese Bereiche extra abzäunen, damit die Tiere dort nicht grasen.“

Weitere Schritte gegen den oder die unbekannten „Giftspritzer“ leiteten Deichgraf und Deichverband in diesem Fall nicht ein. „Wer das war, ist sowieso nicht mehr feststellbar“, befürchtet Jens Oltmann. Er geht davon aus, dass der Einsatz von Unkrautvernichtungsmittel auf dem Deich aus Unwissenheit erfolgte: "Und ich hoffe, dass so etwas in Zukunft nicht wieder passiert."