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Himmelsbote mit Knollennase

Jonas Kötz mit seinem Taufengel und dem ersten Täufling Jannes Foto: sum

In Osten schwebt ein Taufengel des Künstlers Jonas Kötz in der Kirche

sum. Osten. „Dieser Engel kommt von ganz nah“, erzählte Pastor Dieter Duksch am vergangenen Sonntag in seiner Predigt zur Vorstellung des neuen Taufengels in der St.-Petri-Kirche in Osten. Recht hat er. Der Himmelsbote stammt von dem Künstler Jonas Kötz aus Krautsand - eindeutig zu erkennen an der berühmten Knollennase.

Mehr als zwei Jahre ist es her, als der Kirchenvorstand die Anschaffung eines Taufengels beschloss. Da es den Vorstandsmitgliedern wichtig war, einem Künstler aus der Region diese Aufgabe zu übertragen, fiel die Wahl schnell auf Jonas Kötz, der sich über diesen besonderen Auftrag freute. „Es ist mein erster Taufengel“, erklärt der Künstler. Geschnitzt hat er ihn aus einem mindestens 300 Jahre alten Eichenbalken, der aus einer kroatischen Weinpresse stammt. „Drei Tage habe ich mir den Engel angeschaut und einen Tag an ihm geschnitzt“, berichtet der Krautsander, der für seine glatzköpfigen, rundlichen Männer mit der auffälligen Nase bekannt ist. So dauerte es insgesamt vier Monate, bis er mit seinem Werk zufrieden war.

Mit seiner dunklen Hautfarbe und seinem weißen Kleid wirkt der Himmelsbote ein wenig „mulitkulti“. Nur die Flügel fehlen, was insbesondere den Kindern sofort auffiel. Doch nach Auffassung von Jonas Kötz braucht der an einem stabilen Drahtseil in der Kirche schwebende Engel keine Flügel: „Das wäre vielleicht etwas kitschig geworden.“ Vermutlich wird der etwas andere Taufengel nicht den Geschmack aller Kirchenbesucher treffen. Doch der Kirchenvorstand freut sich über seinen neuen Kirchenbewohner mit der Knollennase. Und mit der Taufe des kleinen Jannes aus Hüll hatte der Engel auch gleich seinen ersten „Job“.