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Kalinka auf klackernder Hacke

Tänzerin Sunny Meyer besitzt hunderte Bühnenkostüme

Deutschland-Durchbruch für Ballerina Sunny Meyer (17) aus Kehdingen / Ein Vermögen für Tutus

tp. Drochtersen. "Der Nussknacker", "Starlight Express", "Aida" oder "Arielle, die Meerjungfrau" - Tänzerin Sunny Mona Meyer (17) aus Kehdingen glänzte mit Pirouetten, Arabesquen, Handstand und Radschlag schon in vielen bekannten Bühnen-Inszenierungen auf regionaler Ebene, verzauberte oft bei Vorweihnachtsveranstaltungen im Stader Kulturtempel Stadeum die Zuschauer. Nun gelang der Ballerina aus dem Elb-Dörfchen Drochtersen-Barnkrug der Durchbruch auf Bundesebene. Beim Qualifikationswettbewerb für den "Dance World Cup" wurde sie in München Sechste ihrer Altersklasse in der Kategorie Nationaltanz.

Damit verfehlte die Schülerin knapp den Einzug in die Weltmeisterschaftswettkämpfe. Mit ihrer besonderen Show, einem Tanz mit russischen Elementen zu dem bekannten Folklore-Lied "Kalinka" hinterließ sie trotzdem einen bleibenden Eindruck bei der Juroren, den 650 teilnehmenden Tänzern und dem Fachpublikum. Ausnahmsweise ohne typische Ballettschuhe, sondern in Lederschuhen mit klackernden Absätzen inszenierte sie als Solistin die russische Volksweise.

Bis an die Spitze der deutschen Tanzszene war es ein langer Weg: Bereits als Dreijährige trat sie der Ballett-Abteilung des Sportvereins TVG Drochtersen unter der Regie von Tamara Koch bei. Inzwischen trainiert sie in dem verspiegelten und mit Tanzstangen ausgestatteten Herbert-Giese-Haus dreimal wöchentlich zwei Stunden. "Hinzu kommen rund 30 Auftritte im Jahr", sagt Sunnys Mutter Iska (44). Gemeinsam mit ihrem Ehemann Olaf (47) unterstützt sie die tanzbegeisterte Tochter mit Fahrdiensten zum Training und zu den Veranstaltungsorten von der Gaststätte bis zum Kindergarten.

Nicht zuletzt bringt das Ausnahme-Hobby des Teenagers hohe Ausgaben mit sich. Rund 2.000 Euro jährlich zahlen Iska und Olaf Meyer, die als Biologie-Laborantin und als Stahlbetonbauer arbeiten, in Fahrtkosten - und vor allem in maßgeschneiderte Kostüme. Mehrere Hundert Tutus und sonstige Tanzkleider in allen Lägen und Farben füllen mehrere Schränke und Koffer in der kleinen Wohnung der dreiköpfigen Familie. "Wir können uns das nur leisten, weil Sunny Einzelkind ist", sagt Iska Meyer.

Auch in der kommenden Saison gibt es für Ballett-Familie Meyer viel zu tun: Die Proben für den "Dance World Cup 2018" haben begonnen. Außerdem bereitet sich Sunny Meyer, die das Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade besucht, auf das Abitur vor. Die junge Single-Frau, die an Wochenenden gerne in der Diskothek Musikladen Heinbockel tanzen geht und leidenschaftlich gerne Liebesromane und Biographien liest, will nach dem Abi Medizin studieren. Sie möchte Kinderärztin in einer Klinik werden und eine Familie gründen. Ballett soll aber immer ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben: Sunny möchte später Choreographien schreiben und als Trainerin Nachwuchstänzer ausbilden.