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Landarzt für Kehdingen gesucht

Gemeinde Drochtersen schlägt viele Wege ein, um den Nachwuchs in Weiß in die Region zu locken


sum. Drochtesren. Dass es schwierig ist, Ärzte aufs Land zu locken, ist in Kehdingen kein unbekanntes Thema. Seitdem der langjährige Hausarzt Dr. Ewald Wiegand aus Drochtersen im vergangenen Jahr nach vergeblicher Suche seine Praxis ohne Nachfolger aufgab, haben die verbleibenden vier Hausärzte noch mehr zu tun und könnten dringend Unterstützung gebrauchen.

Bürgermeister Mike Eckhoff schlägt gleich mehrere Wege ein, um die Landarztsuche voranzubringen. Bereits im Dezember veröffentlichte die Gemeinde über das Internet sowie in einer niedersächsischen und einer deutschlandweiten Ärztezeitschrift eine Stellenanzeige, auf die sich zur Zeit jedoch nur zwei Bewerber meldeten. „Mit einer Studentin stehen wir noch im Kontakt,“ erklärt Mike Eckhoff.

Um die ländliche Region für junge Ärzte attraktiv zu gestalten, nehmen Drochtersen und auch Nordkehdingen darüber hinaus an dem landkreisweiten Projekt „Landpartie“ teil. Es sollen Lehrpraxen gefunden werden, in denen Studenten das während des Medizinstudiums erforderliche Hausarzt-Praktikum absolvieren können. Von den derzeit 26 Praxen im Landkreis Stade, die eine entsprechende Ermächtigung haben, nehmen derzeit sieben Praxen teil. Die Kassenvereinigung wird aber kräftig die Werbetrommel rühren, um weiteren Ärzte von der Idee zu überzeugen. In Wischhafen überlegt auch Dr. Rainer Feutlinkse, in Zukunft einen studierenden Praktikanten aufzunehmen.

Die landkreisweite Organisation des offiziell am 1. April startenden Projekts wird im Rathaus in Drochtersen angesiedelt. Verwaltungsfachangestellte Iris Fitze übernimmt die Aufgabe, Kontakte zum Universitätsklinikum in Eppendorf zu knüpfen, weitere Arztpraxen zu finden, mit den Gemeinden und Städten Informations- und Willkommenspakete zu schnüren und Unterkünfte für den Medizinernachwuchs zu organisieren.

Als mögliche dritte Säule nennt der Bürgermeister das Stipendien-Programm zur Landärzte-Gewinnung des Landes. Die geförderten Studenten erhalten während des Medizinstudiums bis zu vier Jahre lang 400 Euro monatlich und verpflichten sich im Gegenzug, als Landarzt zu arbeiten. „Vielleicht können wir so Abiturienten aus der Region, die ein Medizinstudium anstreben, davon überzeugen, später in Kehdingen zu praktizieren“, hofft Mike Eckhoff.