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„Landgang“ kommt in Fahrt

Mitarbeiterin Iris Fitze hält Begrüßungspakete für die Studenten bereit Foto: sum

Erste Studenten machten Praktika in ländlichen Hausarztpraxen 

sum. Drochtersen. Das Projekt „Landgang Stade“, mit dem junge Ärzte in den Landkreis gelockt werden sollen, nimmt langsam an Fahrt auf. Viele bunte Stoff- und Jutebeutel mit einem Begrüßungspaket der Städte und Gemeinden liegen bei Mitarbeiterin Iris Fitze im Rathausbüro in Drochtersen. Sie sollen an junge Medizinstudenten verteilt werden, die sich entschließen, ihr einwöchiges Praktikum bei einem Allgemeinmediziner auf dem Land zu absolvieren.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, riefen der Landkreis Stade und die Kommunen bereits im vergangenen Jahr das Projekt ins Leben. Es startete am 1. April und für die „Hauptzentrale“ wurde das Rathaus in Drochtersen ausgesucht. Ziel ist die Förderung der Allgemeinmedizin in der ländlichen Region. Mit dem Universitätsklinikum Eppendorf wurde hierzu ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Medizinstudenten, die sowohl im zweiten als auch im siebten bis neunten Semester ein Praktikum bei einem Allgemeinmediziner leisten müssen, sollen nach „außerhalb“ in den Landkreis Stade vermittelt werden.

„Die Studenten empfinden bereits Hamburg-Eidelstedt als außerhalb von Eppendorf“, schmunzelt Iris Fitze, die als Mitarbeiterin von den Initiatoren, zu denen der Landkreis, die Kommunen und weitere Institutionen gehören, mit der Umsetzung des Projekts beauftragt ist. „Zwölf Ärzte nehmen bereits am Landgang teil“, erklärt die Projektmitarbeiterin, „und wir wollen noch weitere Lehrpraxen gewinnen. Das macht jedoch nur Sinn, wenn auch die Studenten kommen.“ Für deren Empfang erstellte Iris Fitze zusammen mit den Städten und Gemeinden ein Begrüßungspaket, zu dem neben Übernachtung und Verpflegung verschiedene Gutscheine für Schwimmbäder, Büchereien, Museen oder die örtlichen Vereinsangebote gehören. „Wir wollen die Studenten abfangen und sie vor Ort betreuen, damit sie sich wohlfühlen, auch wenn sie nur eine Woche hier sind“, erklärt Iris Fitze.

Drei Praktikanten fanden bislang ihren Weg in die Region und absolvierten hier ihre praktische Woche. Das ist ein Anfang, über den sich die Initiatoren freuen und auf den aufgebaut werden kann. „Aber wir dürfen uns nichts vormachen. Nach diesem Praktikum dauert es noch viele Jahre, bis die Studenten praktizieren dürfen,“ sagt Iris Fitze. Ein großes Lob für das Projekt war die Aussage einer jungen Studentin, die ihr Praktikum bei Dr. Rainer Feutlinske in Wischhafen machte. „Sie kann sich vorstellen, auch das nächste Mal wieder nach Wischhafen zu kommen“, berichtet Iris Fitze, die hofft, dass mit Hilfe des „Landgangs“ weitere Studenten kommen und der eine oder andere nach seinem Studium auch darüber nachdenkt, als Allgemeinmediziner „außerhalb“ der großen Städte zu praktizieren.