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„Langsam“ durch Buschhörne

Ute und Thorsten Kröncke haben es nach zehn Jahren geschafft, dass die Autofahrer jetzt vielleicht mal einen Blick auf ihr Tacho werfen, wenn der Hinweis "Langsam" aufleuchtet (Foto: sum)

Ute und Thorsten Kröncke kämpfen seit Jahren für einen sicheren Schulweg

sum. Drochtersen. Zehn Jahre kämpfen Ute und Thorsten Kröncke nun schon für einen sicheren Schulweg ihrer drei Kinder (16, 15 und 9). Jetzt haben sie einen ersten Sieg erreicht. An der Bushaltestelle vor ihrer Tür in Drochtersen-Buschhörne werden die Autofahrer durch ein Leuchtsignal zum Langsamfahren animiert.

„Den ersten Brief schrieb unser damals siebenjähriger Sohn Nico an Kai Seefried“, erinnert sich Ute Kröncke (41). „Ich habe ihn damals nicht alleine mit dem Fahrrad auf der Straße fahren lassen. Das fand er natürlich doof.“ Die durch das Moor führende Kreisstraße 12 wird viel und gerne schnell befahren. Zu Stoßzeiten rasen die Autos nahezu im Sekundentakt vorbei, und kaum ein Fahrer hält die geforderten 70 Stundenkilometer ein. Einen Radweg gibt es zwischen Theisbrügger- und Neulandermoor nicht, da sich Landkreis und Gemeinden wegen der Kostenübernahme uneinig sind (das WOCHENBLATT berichtete). An „ihrer“ Bushaltestelle ohne Wartehäuschen stehen neben dem Kröncke-Nachwuchs auch noch fünf Kinder der benachbarten öffentlichen Pflegeeinrichtung quasi auf der Straße.

Offizielle Anträge stellten die dreifachen Eltern bislang nicht. Aber regelmäßig klopfen sie bei den Gemeinderatsmitgliedern oder im Rathaus an, um eine Lösung zu finden. „Dafür sind unsere Politiker vor Ort doch da“, sagt Thorsten Kröncke. So hat das hartnäckige Ehepaar bereits erreicht, dass an der radweglosen Strecke mehrere Haltestellen eingerichtet wurden, damit die Kinder sich möglichst wenig auf der gefährlichen Straße aufhalten. „Eine anderenorts ausrangierte Straßenlaterne gab es auch schon für uns“, erklärt Ute Kröncke mit einem Schmunzeln.

Von der weiteren Möglichkeit, zumindest in dem Bereich der Bushaltestellen Tempo 50 einzurichten, wollte der Landkreis bislang noch keinen Gebrauch machen. Doch mittlerweile wird regelmäßig geblitzt, ohne dass die Eltern darum „betteln“ müssen. „Gut wäre es, wenn auch die Lkw mal kontrolliert würden“, erklärt Thorsten Kröncke (49). Auf der Moorstraße gilt nämlich für Lkw mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen grundsätzlich Tempo 30.

Seit gut zwei Wochen werden Autofahrer, die aus Richtung Stade kommend die Kreisstraße 12 befahren, an der „Kröncke“-Bushaltestelle zum Langsamfahren aufgefordert. "Viele bremsen seitdem tatsächlich kurz ab", stellte Ute Kröncke fest. Noch leuchtet das grün blinkende „Danke“ erst bei Tempo 50 auf. Auf Rückfrage erklärte Bürgermeister Mike Eckhoff, dass die Software noch ausgetauscht werden muss, damit es bei bei Tempo 70 ein "Dankeschön"-Signal gibt. Über den kleinen Erfolg freuen sich Ute und Thorsten Kröncke riesig, geben sich aber weiterhin kampfbereit: „Wir werden auch in Zukunft alles dafür tun, damit die Kinder einen sicheren Schulweg haben.“