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Moor-Erkundung bei untergehender Sonne

Auf der Exkursion durch das Aschhorner Moor erfuhren die Teilnehmer von Georg Ramm auch einiges über den Torfabbau Fotos: sum

Exkursion durch das Aschhorner Moor/ Experte: "Wenn das Wollgras wächst, haben wir alles richtig gemacht."

sum. Drochtersen-Aschhorner Moor. Das Moor bei untergehender Sonne zu entdecken, war das erklärte Ziel der 45 Teilnehmer einer Exkursion durch das Aschhorner Moor in der Gemeinde Drochtersen. NABU-Experte Georg Ramm begleitete die Führung und lieferte spannende Insider-Informationen. Das WOCHENBLATT war dabei.

Am Treffpunkt vor dem Torfwerk wurden die Gäste von rund 1.000 Lachmöwen-Paaren mit lauten Geschrei begrüßt. „Die gehören doch gar nicht ins Moor“, meinte ein Wanderer. Georg Ramm erklärte, dass die Vernässung der hinter dem Torfwerk gelegenen Flächen nicht optimal funktioniere und sich dort das Wasser staue. Dadurch seien große, flache Seen entstanden. „Das ist seitdem eines unserer Highlights“, erläuterte der Naturexperte, der sich seit über 45 Jahren für den NABU engagiert und seit 1995 durch das Moor führt.
Während Georg Ramm den "großen" Besuchern die Geschichte des Torfabbaus erklärte, begaben sich die jungen Teilnehmer auf Spurensuche. „Sind das Fußabdrücke vom Wolf?“ fragte eine kleine Besucherin. Sofort wurden die Spuren genauer untersucht. „Nein, das war nur ein Hund“, waren sich Georg Ramm und sein NABU-Kollege Bernd Unglaub nach einer kurzen Untersuchung sicher.

Der Moorführer wies auf kahle Birken hin. „Birken zeigen uns, wie gut die Vernässung funktioniert“, erläuterte der 71-Jährige. Erst wenn die Bäume nasse Füße bekommen, erhalten Binsen und im besten Fall Wollgras ihre Chance. Peter Boser gehört zur NABU-Gruppe Hamburg-Süd, die seit einiger Zeit versucht, das Nincoper Moor wieder zu renaturieren. „Wir wollen dort dem Wollgras helfen. Doch jetzt habe ich gelernt, dass es von alleine kommt, wenn die Bedingungen stimmen“, erklärte der Naturliebhaber.

„Welcher Neandertaler hat denn hier seine Spuren hinterlassen“, fragte Bernd Unglaub mit einem Schmunzeln, als er einen Barfußabdruck im nassen Torf entdeckte. Die Lösung war schnell gefunden. Ute Wulff nutzte die Gelegenheit und verpasste ihren Füßen eine Moorkur. „Erst dachte ich, das wäre kalt, aber es ist richtig angenehm“, erklärte die Wischhafenerin.

Im Kescherteich suchten die Exkursionsteilnehmer nach Libellenlarven, Wasserwanzen und kleinen Käfern, bevor es einen letzten Blick vom Aussichtsturm auf das Aschhorner Moor gab. Dann führte die Wanderung auch schon wieder an den zum Abschied kreischenden Möwen vorbei zurück zum Torfwerk.