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Nordamerika in Drochtersen

Ob auch der übrige Kirchplatz mit Amberbäumen bepflanzt werden soll, will der Kirchenvorstand nicht allein entscheiden

Drei Amberbäume vor Kirche gepflanzt


sum. Drochtersen. Der Ausbau der Kirchenstraße und die Neugestaltung des Platzes vor dem Gotteshauses sind fester Bestandteil der laufenden Ortskernsanierung in Drochtersen. Dafür mussten bereits fünf Linden an der Drochterser Straße weichen. Seit einer Woche schlagen dort drei Amberbäume ihre Wurzeln.

Die Entscheidung für den aus Nordamerika stammenden Baum haben Gemeinde und Kirchenvorstand gemeinsam getroffen. „Der Amber verträgt das nasskalte Stadtklima besonders gut, ist resistent gegen Schädlinge, relativ anspruchslos und wächst langsam“, erklärt Tatjana Nolde von der Gemeinde. Das langsame Wachstum befürworten auch Heinrich Ahrens und Hinrich Knoop vom Kirchenvorstand. Nach dem Fällen der über 60 Jahre alten Linden kam nämlich richtig viel Licht in das endlich auch wieder gut sichtbare Gotteshaus. Die Naturschutzbehörde und das Amt für Kunst- und Denkmalpflege stimmten der Amber-Pflanzung ebenfalls zu, da der nicht ortstypische Baum die Kirche in den Mittelpunkt rückt.

Doch das war erst der erste Schritt: Im kommenden Frühjahr wird neben dem zweispurigen Ausbau der Kirchenstraße auch der Kirchplatz neu gestaltet. Dafür müssen nach Auffassung der Kirchenvorsteher und der Politiker auch die übrigen zehn Linden Platz für sieben Nordamerikaner machen. „Dann wird das Gesamtbild einheitlich“, findet Bürgermeister Mike Eckhoff. Heino von Busch vom Bauamt stimmt ihm zu und erklärt ergänzend, dass die Wurzeln der Linden bereits unter der Straße wuchern und die Bäume bei einem Neubau trotz aller kostenintensiven Vorsichtsmaßnahmen Schäden davon tragen würden: „Ich gehe davon aus, dass der ein oder andere Baum dann ohnehin eingehen würde."

Die Entscheidung, ob die alten Linden weichen sollen, will insbesondere der Kirchenvorstand nicht alleine treffen. „Nicht allen Bürgern gefällt es, dass die Linden gefällt werden", erklärt Hinrich Knoop. Und auch wenn die zur Zeit stark zurückgeschnittenen Amberbäume derzeit nicht ihre volle Schönheit präsentieren können und dazu auch noch ihre im Sommer tiefgrünen und jetzt bunten Blätter fallen lassen, wünscht sich auch Manfred Mahler vom Kirchenvorstand, dass die Einwohner einen Blick riskieren und ihre ehrliche Meinung kund tun. Die Gemeinde denkt darüber nach, im Rahmen des bevorstehenden Weihnachtsmarktes eine Umfrage durchzuführen. Außerdem soll im Januar eine öffentliche Bauauschuss-Sitzung zur Kirchplatzgestaltung stattfinden.