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Schlittenfahrt im Matsch

Jedes Wochenende fährt Julia Bau mit ihrem Gespann viele Kilometer über Matsch und Moor (Foto: sum)

Julia Bau hat ihr Herz an Wolfshunde verloren / Erstes Schnee-Rennen im Januar in Tschechien


sum. Drochtersen. Schlittenfahren kann man auch im Dreck. Wer das nicht glaubt, den wird Julia Bau (28) aus Drochtersen eines Besseren belehren. Die junge Frau und ihre bellenden Kollegen aus Drochtersen üben nämlich gerade fleißig für ihr zweites großes Schlittenhunderennen in Tschechien. Und da es in Kehdingen einfach nicht schneien will, muss sich das Gespann eben durch Matsch und Moor wühlen.

Mit Cjallar (4) fing vor drei Jahren alles an. „Auf einem Wikingertreffen sah ich zum ersten Mal einen Wolfshund und verliebte mich sofort in diese Rasse,“ erzählt Julia Bau und wirft einen liebevollen Blick auf ihre Hündin, die ganz entspannt vor dem großen Terrassenfenster liegt. Doch schnell stellte die Ingenieurin für Werkstofftechnik fest, dass diese Tiere mehr brauchen, als nur ein kleinen Spaziergang am Nachmittag. Sie fing mit Bikejöring an, einem Hundesport, bei dem der Vierbeiner ein Mountainbike über Wald und Flur zieht. „Das machte uns riesigen Spaß“, schwärmt die gebürtige Harsefelderin. Schon bald absolvierten die beiden ihre ersten Rennen.

Immer faszinierter vom Hundesport sattelte Julia Bau Anfang diesen Jahres auf den Hundeschlitten um. Dafür zog sie mit ihrem Mann Nicolas von einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung in Himmelpforten in ein altes Bauernhaus mit riesigem Grundstück und ausgedehnten Feld- und Moorwegen in Drochtersen. Neben „Chefin“ Cjallar gehören ein Wolfshundrüde und zwei Welpen zur Familie. Um aber Hundeschlittenrennen fahren zu können, benötigt die aktive Naturliebhaberin mindestens fünf bis sechs Vierbeiner. Daher sind zur Zeit auch einige Huskys von befreundeten „Mushern“, wie die menschlichen Anführer der Schlittenhunde bezeichnet werden, bei Julia Bau zu Hause.

Fallen die Temperaturen unter zwölf Grad, beginnt die Saison der Schlittenfahrerin. Jedes Wochenende legt Julia Bau den aufgeregten Hunden mehrmals gekonnt die Geschirre um und spannt die Bande vor einen speziellen Schlitten mit Luftbereifung. Das rasante Training über Stock und Stein lohnt sich, vor drei Wochen meisterte die Mannschaft in Belgien erfolgreich das erste „Dreckrennen“ über dreißig Kilometer.

Doch jetzt fiebert das „coole Team“ seinem ersten richtigen Hundeschlittenrennen im Schnee entgegen, das im Januar in Tschechien startet. Die „Musherin“ freut sich riesig auf die weiten weißen Landschaften und auf das besondere Gefühl der Freiheit. Und sie weiß genau: Nach dem dreckigen Matsch in Kehdingen werden sich ihre Vierbeiner in ihrem weißen Element so richtig pudelwohl fühlen.