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Schulen müssen noch offener werden

Annemarie Scherb macht sich stark für eine verbesserte Inklusion (Foto: sum)

Annemarie Scherb aus Drochtersen-Hüll setzt sich für verbesserte Inklusion von Kindern ein


sum. Dornbusch. „Jeder Mensch hat ein Recht auf Bildung.“ Das steht nicht nur in der Bonner Erklärung zur inklusiven Bildung in Deutschland, sondern ist auch die feste Überzeugung von Annemarie Scherb (47) aus Drochtersen-Hüll.

„Ich habe drei Jungs, die unterschiedlicher nicht sein können“, erzählt die engagierte Mutter. Als klar war, dass ihr Sohn Frithjof (7) aufgrund seiner körperlichen und motorischen Schwierigkeiten in der Schule eine besondere Unterstützung braucht, begann die Powerfrau, sich intensiv mit dem Thema Inklusion auseinanderzusetzen. Bereits weit vor der Einschulung nahm sie Kontakt zur Grundschule in Dornbusch auf und ist dankbar, dass ihr Sohn dort im vergangenen Jahr mit offenen Armen empfangen wurde und jetzt in die zweite Klasse geht. Doch insbesondere die Bürokratie ließ Annemarie Scherb zeitweise verzweifeln. „Es waren diverse Anträge, Schreiben und Gespräche mit den Ämtern nötig, bis kurz vor Schulbeginn endlich feststand, dass Frithjof eine tägliche Schulbegleitung erhält.“ Richtig ärgerlich findet Annemarie Scherb, dass die Begleitung immer nur für ein halbes Jahr bewilligt wird und das Spielchen dann von Neuem beginnt.

Um sich in der Schule stark zu machen, ließ sich die gelernte Krankenschwester zur stellvertretenden Elternvertreterin wählen. Bei der Durchsetzung ihrer Ziele eckt sie zwar immer wieder mal an, dennoch ist es ihr ein respektvoller Umgang miteinander wichtig. Letztes Jahr gründete Annemarie Scherb darüber hinaus gemeinsam mit Manuela Mahlke-Göhring aus Himmelpforten die Initiative „Erfolgreich Lernen“. Gemeinsam mit Gleichgesinnten verfolgt sie hartnäckig ihr Ziel einer verbesserten Inklusion.

Die Bonner Erklärung erklärt nach Auffassung von Annemarie Scherb deutlich, was Inklusion wirklich bedeutet: Die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Lernenden werden in den Mittelpunkt gerückt und die Vielfalt der Kinder als Chance für Lern- und Bildungsprozesse gesehen. Inklusion benötigt jedoch flexible Bildungsangebote und entsprechende strukturelle Vorkehrungen vom Kindergarten bis zur Ausbildung. Das ist ihrer Auffassung nach aber immer noch nicht richtig in den Köpfen angekommen. Sie drängt daher darauf, dass Politik und Lehrer sich noch intensiver mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen und endlich auch bereit sind, alle Schüler, egal ob sie körperlich, geistig oder sozial-emotional anders sind, „mitzunehmen“.

Ihr großer Traum ist die Abschaffung aller Sondereinrichtungen für Kinder: „Ich wünsche mir eine Schule, in der alle Kinder gemeinsam erfolgreich lernen, und zwar genau so, wie sie es können.“