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Schwerbehinderter Moritz (6) aus Drochtersen und seine kleinen Schritte ins Glück

Moritz Heinsohn mit seiner Mutter Stefanie und Familienhündin "Frieda"

Fortschritte nach WOCHENBLATT-Hilfsaktion / Erneut Therapie in der Slowakei

tp. Drochtersen. Moritz Heinsohn (6) juchzt fröhlich, wenn er das Wort "Kindergarten" hört, wenn Familienhündin "Frieda" ihn mit ihrer feuchten Nase anstupst oder seine Mutter Stefanie (34) mit ihm bunte Bilderbücher anschaut: Rund drei Jahre nach einer Therapie, die Leser nach einem Hilfeaufruf im WOCHENBLATT mit Spenden unterstützten, ist der schwerbehinderte Junge mitten im Leben angekommen, in dem es immer noch große Anstrengungen aber auch viele schöne Momente gibt.

Wie berichtet, erlitt Moritz im Mutterleib zwei Schlaganfälle. Infolge der Gehirninfarkte kann er weder sprechen, gehen noch selbstständig essen und trinken. Der Junge braucht rund um die Uhr Betreuung. Bei einem großen Benefiz-Konzert in Drochtersen, für das das WOCHENBLATT warb, spielte das Hip-Hop-Duo "Die Atzen" Geld für eine medizinische Behandlung des Kleinen ein, die von den Krankenkassen nicht finanziert wird. Viele Leser steuerten Spenden bei, sodass ein am Ende ein fünfstelliger Betrag herauskam.

Mit seiner Mutter und seinem Vater Bernd Heinsohn (37) reiste Moritz im Jahr 2013 zwei Wochen in eine Spezialklinik in die Slowakei, wo er mit einer intensiven Physiotherapie ergänzt mit Logopädie, Massagen, Laser-Akkupunktur und einer Stimulation mit raumfahrtmedizinischen Gerätenbehandelt wurde. Unter anderem trug Moritz zwei Stunden täglich eine Art Raumanzug mit Gummibändern, mittels derer die Therapeuten mit ihm bestimmte Bewegungsabläufe einübten, die Gelenke und Muskulatur lockerten.

"Mit Erfolg", freut sich seine Mutter: "Moritz kann seitdem seine Kopfbewegungen besser kontrollieren und sogar seine linke Hand auf Aufforderung heben."
Seit Kurzem tauscht Moritz seinen Rollstuhl immer öfter mit einem Spezial-Rollator, in dem er aufrecht steht und Gehbewegungen trainiert. Es gab auch Tiefschläge: Eine wochenlange Ruhephase nach einer medizinisch dringend notwendigen Hüft-Operation führte zu einem drastischen Muskelabbau.

Darum planen Moritz' Eltern nun den zweiten Aufenthalt in dem slowakischen "Adeli Medical Center". "Finanzielle Rücklagen sind zum Glück noch aus der Spendenaktion vorhanden", ist Stefanie Heinsohn erleichtert. "Dafür möchten wir den WOCHENBLATT-Lesern von Herzen danken."

Unterdessen bereitet die Familie Moritz' nächstes großes Lebensereignis vor. Im Sommer kommt der Sechsjährige zur Schule. Seine Mutter Stefanie hofft, dass es ihm auf der Stader Förderschule genau so gut gefällt wie in der Integrationsgruppe des Regenbogen-Kindergartes in Drochtersen. Dort hat er gute Freunde gefunden, die ihn mögen, wie er ist: ein fröhlicher, ganz besonderer Junge.

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