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Senkrecht im Wasser und die Hände frei

Hendrik Wiegand im Kotterbachsee auf Krautsand

Show-Angler von Beruf: Fliegenfischer Hendrik Wiegand (51) ist der Belly-Boat-Man

tp. Drochtersen. Wenn Hendrik Wiegand (51) auf Jagd nach Fischen geht, trägt er selbst Flossen, schwebt senkrecht im Wasser wie ein Seepferd und ist "eins mit der Natur". Der Individualist aus dem Land Kehdingen ist Angler von Beruf und in der Internationalen Sportfischerszene als "Belly-Boat-Man" bekannt. Denn wohl kaum jemand beherrscht das Fliegenfischen mit Hilfe des besonderen gleichnamigen Schlauchboottyps wie er.

Vor Messe-Auftritten, bei denen er als Werbepartner namhafter Fliegenfischer-Ausrüster wie Rudi Heger sein Können an Fachpublikum weitergibt, trainiert Hendrik Wiegand im Kotterbachsee auf der Elbinsel Krautsand nahe seines Wohnortes Drochtersen. In dem kleinen Schlauchboot verschwindet er - gekleidet mit einem Neoprenanzug und Spezialschuhen - fast bis zum Bauch im Wasser. Mit Paddelbewegungen der Füße steuert und fährt er das Boot, die Hände sind frei für das besondere Fischen mit Spezial-Angelrute, -Sehne und -Rolle. Die Köder, markante Insekten- und Amphibien-Imitate, fertigt Hendrik Wiegand selbst. Seine Spezialität sind Köder aus Eichhörnchenfell, das er um einen Haken wickelt. Interessierten bietet er Kurse in der Köderherstellung an.

Beim Belly-Boat-Fischen, der aus seiner Sicht "körperlich und geistig anspruchsvollsten Art des Fischens", geht es ihm "weniger ums Beute Machen oder eine volle Kühltruhe" als um Konzentration und Stille - eine Erfahrung, die für ihn meditative Züge trägt.

Natürlich freue er sich auch mal über einen Fang: "Ein großer Fisch erfüllt mich mit Demut." In besondere Taktung wirft er weit über das Wasser die Schnur aus, lässt den Köder nur die Wasseroberfläche berühren oder ihn eintauchen - je nach Beuteziel. Forelle, Barsch, Zander überlistet er "möglichst aus der Ferne". Diese Fertigkeit, die inzwischen sein Lebensinhalt darstelle, sei inzwischen in sein Erbgut übergegangen.

Für seine Passion verzichtet der Ärztesohn, frühere Kampfsportler und ehemalige leitende Mitarbeiter eines Wach- und Sicherheitsdienstes auf ein festes Einkommen und auf Familie. Der Single ist international auf Messen unterwegs, etwa der "Fishing Masters Show” in Deutschland oder der "Dutch-Fly-Fair" in Holland. Hunderte hören ihm zu und wären selbst gerne der Belly-Boat-Man.

Übrigens: Die Ersten Belly-Boat-Fischer in den USA angelten aus dem Schlauch eines Lastwagenreifens. Mit den Jahrzehnten wurden Sportboote daraus. Preis: um 200 Euro.

http://www.rudiheger.eu