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Sie ist dann mal weg

Doris Löhrer-Vogt räumt den Schreibtisch für ihren Nachfolger (Foto: sum)

Die Schulleiterin der Elbmarschen-Schule Drochtersen geht in den Ruhestand


sum. Drochtersen. „Nach 30 Jahren können mein Mann und ich endlich mal wieder außerhalb der Ferien wegfahren“, erklärt Doris Löhrer-Vogt (61) und lächelt verschmitzt. Die Schulleiterin der Elbmarschen-Schule in Drochtersen läutet heute zum letzten Mal die Sommerferien ein und verabschiedet sich dann in den Ruhestand, den sie mit einem Urlaub in Irland beginnt.

Nach ihrem Studium in Göttingen war die aus dem Ruhrgebiet stammende Lehrerin für Deutsch und Erdkunde mehrere Jahre das Oberhaupt der Orientierungsstufe in Horneburg, bevor sie im Februar 2004 die stellvertretende Schulleitung an der Elbmarschen-Schule übernahm. „Nach dem Wegfall der Orientierungsstufe wollte ich mich nicht irgendwo hin stecken lassen“, erklärt die selbstbewusste Wahl-Staderin. Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 übernahm Doris Löhrer-Vogt dann die hauptamtliche Leitung der Schule von Adolf Meyer.

Das erste, was sie in ihrem neuen Amt zu überwachen hatte, war die Errichtung der Mensa und des „Lemke-Baus“. „Dabei wollte ich nie in meinem Leben bauen“, gesteht die Schulleiterin schmunzelnd. Dieses Schicksal wird auch ihren offiziell noch nicht benannten Nachfolger treffen: „Wir platzen mit über 1.000 Schülern nämlich schon wieder aus allen Nähten.“

Besonders stolz ist Doris Löhrer-Vogt auf ihren hartnäckigen und erfolgreichen Einsatz für das Abitur an der Elbmarschen-Schule: „2014 durften wir die ersten Abiturienten entlassen.“ Die Aufgaben als Schulleiterin übernahm die selbstbewusste Frau gerne. Oft saß sie aber auch in ihrem Büro und vermisste die aktive Arbeit in der Klasse. „Ich bin Lehrerin geworden, weil ich mit Kindern arbeiten wollte“, erklärt sie wehmütig. Auf die Frage, warum sie schon jetzt in den Ruhestand geht, erklärt die geradlinige Lehrerin: „In den vergangenen Jahren habe ich zwei Drittel meiner alten Kollegen verabschiedet. Die jüngste Lehrerin ist gerade mal 26 Jahre alt. Für mich ist es jetzt einfach genau der richtige Zeitpunkt, um zu gehen.“

Nach ihrem „Schul-Abgang“ freut sich Doris Löhrer-Vogt auf die vielen geplanten Reisen mit ihrem Ehemann, der ebenfalls in Rente geht. Traumziele sind neben Irland auch die Antarktis und Neuseeland. „Außerdem wollen wir mit den Fahrrädern Deutschland erkunden und viel öfter unsere zwei Enkeltöchter in München besuchen,“ erklärt die Staderin. Nachdem die Deutsch-Lehrerin in der Elbmarschen-Schule im vergangenen Jahr erfolgreich zwei Sprach-Lernklassen für Flüchtlinge ins Leben rief, könnte sie sich gut vorstellen, auch ehrenamtlich in Richtung Deutschunterricht für Flüchtlinge aktiv zu werden. „Beine hoch und nichts tun,“ kommt für die junggebliebene Ruheständlerin also "noch lange nicht in Frage".