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Steht die Tennishalle in Drochtersen vor dem Aus?

Die Drochterser Tennishalle steht zum Verkauf
 

Vorstände der Gemeinde-Vereine bitten Politik und Verwaltung um Unterstützung


ig. Drochtersen. Wird die Tennishalle am Sportzentrum dicht gemacht? Das befürchten die Tennisvereine in der Gemeinde Drochtersen und Spieler umliegender Vereine, die den "Tennis-Tempel" im Sportzentrum seit vielen Jahren für ihren Sport nutzen. Ebenfalls wird die Halle von vielen nicht in Vereinen organisierten Freizeitspielern und von Feriengästen der Gemeinde Drochtersen genutzt. In einem Schreiben an die Gemeinde und Sprecher der politischen Parteien äußerten die Tennisvereine jetzt ihre Befürchtung.
Hintergrund: Seit Jahren wird die Sportstätte vom Eigentümer, der Volksbank Kehdingen, zum Verkauf angeboten. Bislang ohne Erfolg. Was wohl aber auch an einer zu hohen Kaufpreisforderung lag. Jetzt wird die Halle für 250.000 Euro im Internet angeboten - und es soll Interessenten geben. Von einem Bieter ist bekannt, dass er den Tennissport aufrecht erhalten möchte. Ein anderer Bieter, so wurde bekannt, will eine Kinderspiel-Halle schaffen.

Das Besondere: Bei dem Grundstück handelt es sich nicht um Eigenland, sondern um ein Erbbaurechtsgrundstück der Gemeinde Drochtersen. Darauf weisen die Vorstände des TV Assel und TC Drochtersen hin und bitten die Gemeinde und die Parteien, sich für den Erhalt einzusetzen. "Drochtersen hat dem Eigentümer der Halle das Grundstück nach Erbbaurecht überlassen, kann deshalb Einfluss nehmen auf die weitere Nutzung des Grundstücks, bzw. auf den Erhalt der Tennishalle", sagt Reinhard Laurisch, Vorsitzender des Asseler Tennisvereins. "Durch den Wegfall der Tennishalle wären die Möglichkeiten unseren Sport im Winter auszuüben und Punktspiele zu bestreiten, nicht mehr gegeben, da Alternativen in erreichbarer Umgebung nicht mehr vorhanden, bzw. praktisch ausgebucht sind."

Der Tennissport in Drochtersen und Umgebung - auch Spieler auswärtiger Vereine und Touristen nutzen das Angebot - würde massiv unter diesem Verlust leiden, betont Siegfried Kreit, Drochterser Tennis-Boss. "Bei einer Schließung ist zu befürchten, dass Sportler die Tennisvereine in Drochtersen und Assel verlassen und damit auch die Existenz dieser Vereine stark gefährdet sind." Nach Auffassung der beiden Vorsitzenden sollen wenigstens zwei Plätze auch weiterhin zur Verfügung stehen. "Allerdings benötigt die Halle eine Grundsanierung, wobei auch wieder eine Bewirtung erforderlich und damit auch die organisatorische Betreuung der Halle gewährleistet ist", sagt Udo von Allwörden, 2. TC-Vorsitzender.
Hintergrund: Vor zwei Jahren wurde die Bewirtung eingestellt. Die Bedachung im Bereich des ehemaligen Restaurants und der Umkleidekabinen, ist undicht - teilweise auch das Hallendach.

Fest steht für Kreit: "Wenn jetzt die Tennishalle aus dem Sportzentrum herausgenommen würde, wäre es für dieses in der Umgebung von Drochtersen einmalige Zentrum mit Fußballplätzen, den Sporthallen, dem Hallenbad, dem Schießsportzentrum und den Außentennisplätzen ein unwiederbringlicher Verlust."

Hans-Wilhelm Bösch, Bürgermeister der Gemeinde Drochtersen, betont, dass der Eigentümer noch nicht an die Gemeinde herangetreten sei. Die Volksbank wolle aber verkaufen. Sollte ein Interessent gefunden werden, wird sich der Rat damit beschäftigen müssen. "Es ist ja unser Grundstück." Auch müsse die Halle in einem vernünftigen Zustand übergeben werden. "Und sollte dann weiter der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen." Dietmar Bruss, Vorstandssprecher der Kehdinger Volksbank bestätigt, dass das Geld-Institut die Halle verkaufen will. Es gäbe auch Interessenten, mit denen man im Gespräch stehe. "Wenn sich etwas Konkretes anbahnt, dann wird mit der Gemeinde gesprochen." Auch mit dem Drochterser Tennisverein sei gesprochen worden - allerdings ergebnislos. Die Halle stehe jedenfalls in dieser Saison weiter dem Tennissport zur Verfügung und sei spieltechnisch in Ordnung.