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Tempo 50: Antrag abgeschmettert

In Buschhörne bleibt es erstmal nur beim Leuchtsignal Foto: sum
sum. Drochtersen. „Jetzt müssen wir wohl doch warten, bis unsere Straße ein Autobahnzubringer wird“, sagt Ute Kröncke enttäuscht. Der Landkreis Stade teilte der dreifachen Mutter jetzt per Email mit, dass an der K12 im Bereich Drochtersen-Buschhörne eine Reduzierung der Geschwindigkeit von bisher 70 auf 50 Stundenkilometer nicht erforderlich ist.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, kämpfen Ute und Thorsten Kröncke seit mehr als zehn Jahren für einen sicheren Schulweg für ihre eigenen und die Kinder aus der Nachbarschaft. Erreicht haben sie, dass im Bereich „ihrer“ Bushaltestelle ein Leuchtsignal die Autofahrer zum Langsamfahren animieren soll.
„Es wäre natürlich super, wenn hier tatsächlich nur 50 km/h gefahren werden dürfte,“ erklärt die engagierte Mutter. Stattdessen rasen immer wieder rücksichtslose Auto- und Motorradfahrer mit 100 Sachen über die Landstraße.
Trotzdem hat jetzt der Landkreis Stade als Straßenverkehrsbehörde nach einer Verkehrsschau gemeinsam mit der Polizei und dem Straßenbaulastträger entschieden, dass „keine besondere Gefahrenlage gesehen wird. Die K12 ist mit der bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h sicher zu befahren.“
„Das sehen wir nicht so,“ erklärt Ute Kröncke und erzählt, dass vor einigen Tagen ein 14-jähriger Nachbarsjunge von einem Auto beinahe am Lenker erfasst wurde, als der Autofahrer meinte, trotz Gegenverkehrs noch überholen zu können. „Muss denn erst was passieren?“ fragt sich die 41-Jährige besorgt. Sie schmunzelt über die schriftliche Aussage des Landkreises. Darin heißt es: „Es gelten die allgemeinen Grundsätze zur ständigen Vorsicht sowie die Pflicht zur besonderen Rücksichtnahme gegenüber Kindern, älteren und hilfsbedürftigen Menschen.“ Sie vermutet: „Davon haben viele Autofahrer auf dieser Straße scheinbar noch nichts gehört“.
Die Drochterserin ist froh, dass zumindest ab und zu mal Geschwindigkeitskontrollen stattfinden. Sie weiß auch, dass fast jedes Mal jemand seinen „Lappen“ abgeben muss. Aber helfen tut es ihrer Meinung nicht wirklich. „Also warten wir jetzt ab, bis die Autobahn kommt. Dann haben wir hier zwar noch mehr Verkehr, bekommen aber endlich einen Fahrradweg“, erklärt Ute Kröncke etwas resigniert.